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Schülerzeitung „Ernst“ besucht SZ

Zeitung ohne Zukunft?

RINTELN. Redakteur – ein Job ohne Zukunft? Stirbt die Zeitung aus? Lohnt es sich überhaupt noch, in diesen Beruf einzusteigen? Die Nachwuchsjournalisten der Schülerzeitung „Ernst“ vom Ernestinum wollten es genau wissen. Deshalb machten sie sich auf die Suche nach Antworten und recherchierten bei der SZ.

veröffentlicht am 04.03.2018 um 16:20 Uhr

Die Nachwuchsjournalisten der Schülerzeitung „Ernst“ des Gymnasiums Ernestinum schauten der Redaktion um Jakob Gokl und Kerstin Lange über die „berufliche Schulter“. Foto: pr

Autor:

Pia Weider, Maja Aechter-Künneke, Justus Klußmeyer und Celina Stuckenberg
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RINTELN. Redakteur – ein Job ohne Zukunft? Stirbt die Zeitung aus? Lohnt es sich überhaupt noch, in diesen Beruf einzusteigen? Die Nachwuchsjournalisten der Schülerzeitung „Ernst“ vom Ernestinum wollten es genau wissen. Deshalb machten sie sich auf die Suche nach Antworten und recherchierten bei der Schaumburger Zeitung.

In der heutigen Zeit nehmen soziale Medien eine immer höhere Bedeutung ein. Viele Nutzer verbreiten gedankenlos Falschnachrichten – etwa über den Hundetrainer in Bad Eilsen, der einen Hund zu Tode geschüttelt haben soll (wir berichteten). Tausende Nutzer teilten die Falschnachricht und urteilten sofort über den angeblichen „Hundemörder“.

Doch bei der Zeitung wird etwas genauer hingeschaut. Hier wird erst ein Netzwerk aufgebaut, telefoniert, recherchiert und erst am Ende, nach sorgfältiger Prüfung, etwas veröffentlicht. So stellte sich heraus, dass der Fall übertrieben dargestellt wurde. Tatsächlich war die Situation nicht so klar wie gedacht. Die Redaktion befragte alle Seiten, inklusive Polizei, Hundebesitzer und Veterinäramt, und stellte alle Perspektiven dar.

Der Beruf des Journalisten ist einem steten Wandel unterworfen. Das Internet verändert den Arbeitsablauf massiv. Mittlerweile gilt „Online First“. Es reicht nicht mehr, bis Redaktionsschluss seinen Text abgegeben zu haben, sondern wegen der Konkurrenz zu reinen Online-Medien müssen die Nachrichten schnellstmöglich über das Internet veröffentlicht werde.

Journalist, ein Beruf für gescheiterte Existenzen? Ein abgeschlossenes Studium ist keine Pflichtvoraussetzung. Auch das Schreiben ist nur sekundär. Wichtig ist vielmehr: Kontakte knüpfen, Verlässlichkeit, einen Blick für das Besondere. „Hund beißt Mann oder Mann beißt Hund.“ Welche Schlagzeile ist interessanter? Natürlich letztere.

Gute Redakteure werden immer gebraucht. Aber das Medium wird sich wohl ändern. Print oder online wird in Zukunft die Frage sein. Neue Medien werden der gedruckten Zeitung in den nächsten Jahrzehnten möglicherweise den Rang ablaufen. Aber guter Journalismus wird immer vonnöten sein. Egal, wie er seine Leser erreicht. Die Redaktion der Schülerzeitung des Gymnasiums Ernestinums hat einen spannenden Tag bei der Schaumburger Zeitung verbracht.

In einer Begrüßungsrunde hatten die Schüler die Möglichkeit, den stellvertretenden Chefredakteur Jakob Gokl und seine Kollegin Kerstin Lange mit Fragen zu bombardieren.

Bei der anschließenden Hausführung wurden die verschiedenen Abteilungen vorgestellt. Als Erstes wurde ein Blick in die Redaktion geworfen, in der die Redakteure ihre Arbeit erklärt haben. Besonders wichtig seien eine gründliche Recherche und eine objektive Herangehensweise, erläuterte Lange der Schülergruppe. Ein Großteil der Arbeit findet vor dem Bildschirm statt, aber das Recherchieren vor Ort und die Aufnahme des passenden Bildes gehören natürlich auch dazu.

Ein Großteil der Einnahmen wird durch die Anzeigen generiert. Die dort arbeitenden Mediaberater nehmen Aufträge an für das Gestalten von Werbeanzeigen und betreuen die Kunden. In der Geschäftsstelle der Schaumburger Zeitung können Privatkunden Klein- und Familienanzeigen aufgeben. Integriert ist ein Ticketshop, auch Bücher sowie Hannover-96-Fanartikel gibt es dort zu kaufen. Es ist die erste Anlaufstelle für Leser und Kunden.

Wer keine Angst vor riesigen Spinnen und Mäusen hatte, ging mit dem stellvertretenden Chefredakteur in den Keller. In dem Archiv zu sehen waren jahrhundertealte Zeitungen, die bis in das Jahr 1871 zurückreichen.




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