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„Sommerabenteurer“ im Tierheim – viele Streicheleinheiten und viele Informationen

Zu Gast bei Hund und Katz

Bückeburg. Mit einer Führung durch das Tierheim hat gestern Nachmittag das Sommerabenteuer unserer Zeitung begonnen. Tierheimchefin Monika Hachmeister und der „Hundespezialist“ Alexander Hap führten durch den Hunde- und Katzenbereich des Tierheims, informierten über die Eigenschaften der Tiere, wiesen auf Besonderheiten hin oder benannten die Probleme, mit denen das Tierheim tagtäglich zu kämpfen hat.

veröffentlicht am 24.07.2015 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 02:41 Uhr

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Natürlich kamen die Streicheleinheiten für die Tiere nicht zu kurz, die sich streicheln lassen. Andere sind, aus welchen Erlebnissen aus ihrer Vergangenheit, so traumatisiert, dass sie sich trotz aller Zuwendung nicht streicheln lassen. So leben allein im Katzen-Außengehege rund 35 Katzen, die entweder so krank oder so scheu sind, dass sie wohl nie mehr vermittelt werden können, wie Monika Hachmeister ausführte: „Das ist die Wegwerfware unserer Gesellschaft. Aber solange ein Tier lebt und leben kann, werden wir keins einschläfern.“ 45 Katzenbabys sind derzeit im Tierheim untergebracht. Gut 100 Katzen konnte das Tierheim in diesem Jahr bereits vermitteln.

Dass das Tierheim trotz seiner immer wieder diskutierten Vergabepraxis eine gute Arbeit macht, verdeutliche Alexander Hap an der Rücklaufquote, die Tiere, die von ihren neuen Besitzern nach einer gewissen Zeit zurückgebracht werden: Sie liegt bei nahezu null. „Das liegt daran, dass wir konsequent aussuchen und vermitteln und darauf achten, dass Hund und Herrchen zueinanderpassen. „Eine lange Vorarbeit, bis wir einen Hund abgeben. Wo wir aber oft genug auch sagen, dass der Hund nicht zu dem passt, der ihn haben möchte.“

Dass im Monat 1150 Dosen Katzenfutter verfüttert werden, erfuhren die Sommerabenteurer ebenso wie dass es tägliche ehrenamtliche „Gassigeher“ gibt, die die Hunde ausführen, damit sie wenigstens einmal am Tag nicht durch das Tierheim oder die Wiese sehen, auf der sie sich austoben können. Sie erfuhren aber auch, dass das Tierheim derzeit mit Personalproblemen zu kämpfen hat und daher im Sommer zwei Tage geschlossen hat. Die Personalprobleme sind – natürlich – auf das fehlende Geld zurückzuführen. Zwischen 220 000 bis 250 000 Euro braucht das Tierheim jährlich, um den Betrieb aufrecht zu erhalten, nur 100 000 bis 120 000 Euro sind gesichert. „Wir stehen immer kurz vor dem Ende“, so Hachmeister, trotz der 80 Cent, die das Tierheim inzwischen pro Einwohner von den Kommunen bekommt. Hier seien Bund und Länder gefordert, mehr für den Tierschutz zu tun.




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