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Designierter Superintendentüber seine Aufgaben: Aufgeschlossen für Ökumene

Zukunft darf für die Gemeinden im Kirchenkreis nicht nur sparen heißen

von Ulrich Reineking

veröffentlicht am 14.09.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:26 Uhr

Rinteln. Am kommenden Sonntag wird in Sankt Nikolai Andreas Kühne-Glaser in sein neues Amt als Superintendent des ev.-lutherischen Kirchenkreises Grafschaft Schaumburg eingeführt. Inoffiziell bereitet der aus Hameln stammende Pastor (Jahrgang 1955) sich in der Dienstwohnung an der Schlingstraße bereits seit Anfang September auf die neuen Aufgaben vor, die er in erster Linie als seelsorgerliche und theologische Herausforderung betrachtet und erst nachrangig als Management-Tätigkeit für das Unternehmen Kirche. Kühne-Glaser ist verheiratet mit der beim Kinderschutzbund tätigen Diplom-Psychologin Heidemarie Glaser und hat drei Kinder, von denen allerdings nur noch sein Sohn David als Schüler der 11. Klasse im familiären Haushalt wohnt, während Tochter Hanna und Sohn Fabian bereits studieren. Studiert hat er Theologie in Göttingen, seine Tätigkeit begann er nach dem zweiten Examen als Berufsschulpastor ("Dadurch habe ich auch die betriebliche Arbeitswelt kennen gelernt"), um anschließend als Gemeindepastor im Kirchenkreis Hameln-Pyrmont zu wirken, wobei er sich besonders geprägt sieht durch die Tätigkeit am Ökumenischen Gemeindezentrum Klein Berkel. Sein geistliches Profil entwickelte sich an dem Glaubensleben derökumenischen Brüderschaft von Taizé und auch wenn er die Aussage des reformierten Theologen Karl Barth bejaht, wonach "Gott nicht verfügbar (gemacht) werden kann", nimmt er auch die spirituelle Erfahrung in Anspruch, dass es besondere Orte und Situationen gibt, an und in denen "Gott geschieht". Intensiv hat er sich dabei mit dem Ansatz des Göttinger Theologieprofessors Josuttis auseinander gesetzt, der in seiner "energetisch-spirituellen Seelsorge" darauf verweist, dass man sich auch bewusst "in Kraftfelder stellen kann, in denen die Membran des göttlichen Willens" in besonderer Weise zum schwingen gebracht werden kann". Aus solchen Kraftfeldern ("Mit Esoterik hat das rein gar nichts zu tun!") hat es sich wohl auch in seinem früheren Gemeindezentrum entwickelt, dass dort Katholiken und Protestanten unter einem gemeinsamen Dach nicht nur gemeinsame Gottesdienste feierten, sondern auch beim Abendmahl aufeinander zu gingen: "Das hat mich für die Ökumene noch aufgeschlossener gemacht!" Entsprechend optimistisch sieht er auch der Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Glaubenstraditionen und Konfessionen in seinem neuen Verantwortungsbereich entgegen und betont: "Ich will für die Mitarbeiter in erster Linie nicht Vorgesetzter sondern geistlicher Motivator sein." Dass gerade in Rinteln mit seinerüberkommenen Gemeindestruktur besondere Aufgaben der Koordination auf ihn warten, dessen ist sich Kühne-Glaser bewusst: "Wir müssen sehen, wie jede Gemeinde unter Wahrung ihres spezifischen Profils ihre Schätze so einbringen kann, dass sie gemeinsam verfügbar sind. " Dies habe in erster Linie nicht nur mit der finanziellen Situation zu tun, sondern sei vor allem eine geistige Herausforderung: "Wir müssen deutlich machen, was man von uns erwarten kann - Zukunft darf nicht nur sparen heißen!". Sofern in der Nikolai-Gemeinde Konsens mit dem Vorschlag des Kirchenvorstandes bestehe, könne die Pastorenstelle dort noch im November durch Pastorin Astrid Bunselmeier aus Bremerhaven besetzt werden, die sich am 24. September mit einer Predigt vorstellen wird. "Und die Vakanz in St. Johannis wird auch kein Dauerzustand sein", weist der künftige Superintendent Spekulationen zurück, wonach die Stelle einer vorläufigen Besetzungssperre unterliege. "Alle pastoralen Beteiligten in diesem gemeindlichen Prozess sind neu und nicht durch vergangene Situationen vorbelastet: Das erschließt gemeinsam mit den Ehrenamtlichen eine neue Chance für die Zusammenarbeit!" Aufgeschlossen steht er auch der besonderen Rolle der Kirchenmusik an Sankt Nikolai gegenüber: "Ich erwarte mir eine sehr fruchtbare Zeit mit Kantor Westphal."




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