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Erste Pläne für seniorengerechten Wohnpark zwischen Kleinenbremen und Wülpke vorgestellt

Zukunftsgerecht

Kleinenbremen/Wülpke. Das Feuerwehrgerätehaus für die Löschgruppen Kleinenbremen und Wülpke, geplant an der Rintelner Straße, könnte Teil eines neuen Dorfzentrums werden. So sehen es jedenfalls erste Pläne des Nammer Bauingenieurs Kai Braunschweig vor. Denkbar sind demnach bis zu 30 seniorengerechte Wohnungen sowie ein Therapiezentrum mit physiotherapeutischer Praxis.

veröffentlicht am 10.01.2015 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 21:41 Uhr

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Dieter Lichte aus Kleinenbremen, der als Berater fungiert, könnte sich außerdem ein Bistro und zentrale Beheizung vorstellen. Zum benachbarten Supermarkt wäre es von diesem Wohnpark für mehrere Generationen nur ein Katzensprung. „Wir wollen die Zukunft unserer Orte gemeinsam gestalten, neue Wohnformen für Jung und Alt entwickeln, Nachbarschaftshilfe und Betreuungsmodelle schaffen“, fasst Lichte zusammen. Er plädiert beispielsweise für „Kümmerer“, jeweils einer pro 1000 Einwohner, die für soziale Belange und Alltagssorgen zuständig wären und eine Aufwandsentschädigung erhielten.

Zunächst aber soll beim jüngsten Projekt der Bedarf an barrierefreien Wohnungen festgestellt beziehungsweise geweckt werden. Deshalb sind zwei Bürgerversammlungen geplant. Eine steigt am Dienstag, 10. Februar, um 18 Uhr im Wülpker Schützenhaus, die andere am Donnerstag, 12. Februar, ebenfalls um 18 Uhr in der Kleinenbremer Gaststätte „Zur schönen Aussicht“. Zu Gast sein wird die Projektentwicklerin Monika Kramer. Fragen beantworten will auch Kai Braunschweig.

Wenn Haus und

Grundstück zur Belastung werden

Im Hintergrund steht der demografische Wandel, wonach das Durchschnittsalter der Bevölkerung ständig zunimmt. Für viele ältere Hausbesitzer, so Lichte, würden Haus und Grundstück immer mehr zur Belastung. Familienstrukturen wie früher gebe es nur noch selten. In Kleinenbremen und Wülpke zusammen gibt es den Angaben zufolge exakt 1024 Wohnhäuser. In 370 Gebäuden seien die Eigentümer älter als 65 Jahre.

Dass die Stadt an der Rintelner Straße ein Gerätehaus plant, traf sich gut. „Wir sind auf den Zug aufgesprungen“, erklärt Bauingenieur Braunschweig. Der Flächennutzungsplan müsste noch geändert, ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Zurzeit laufen Grundstücksverhandlungen.

Kai Braunschweig schweben überwiegend Wohnungen zwischen 55 und 75 Quadratmetern in mehreren Gebäuden vor, verteilt über zwei Stockwerke, zu erreichen auch mit dem Fahrstuhl. Vorgesehen sind sowohl Eigentumswohnungen als auch Mietobjekte. Zur Unterhaltung der Bewohner könnten auch Aktivitäten am Gerätehaus beitragen. Lichte: „Ältere Leute wollen Leben um sich haben.“

Dieter Lichte, früher stellvertretender Bürgermeister, kennt sich mit dem Thema aus. Engagiert hat er sich zum Beispiel für ein seniorengerechtes Neubaugebiet in Eisbergen. Lichte schätzt, dass allein in Porta Westfalica rund 800 günstige, barrierefreie Kleinwohnungen fehlen. Bis zum Jahr 2030 würden demnach etwa 1300 Seniorenwohnungen fehlen.

Jährlich zögen zurzeit rund 50 ältere Einwohner aus Porta Westfalica in andere Städte, weil sie keine seniorengerechten Wohnungen oder gar betreutes Wohnen vorfänden. „Diese Zahl“, so Lichte, „wird offensichtlich ignoriert.“

So stellt sich Kai Braunschweig einen Wohnpark samt Therapiezentrum vor. Direkt daran angrenzen könnte das geplante Gerätehaus der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr.

Braunschweig




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