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Weniger Kindergartenplätze, aber mehr Krippenkapazität für Kinder unter drei Jahren geplant

Zweite Krippengruppe in Nienstädt schaffen

Sülbeck/Liekwegen (gus). Der Kinder- und Jugendausschuss der Gemeinde Nienstädt hat empfohlen, eine Kindergartengruppe in Sülbeck zu schließen und dafür eine Krippengruppe einzurichten. Der Gemeinderat muss dem Vorhaben noch zustimmen.

veröffentlicht am 29.11.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 12:42 Uhr

Aus Sicht der Verwaltung genügen die Plätze in beiden Kindergärten der Gemeinde auch dann noch, wenn es in Sülbeck eine Gruppe weniger gäbe. Dann müssten einige für Sülbeck angemeldete Kinder in Liekwegen betreut werden, erklärten Ausschussvorsitzende Heike Kording (SPD) und Gemeindedirektor Rolf Harmening. Denn die Sülbecker Kita-Leiterin, Birgit Tölke, verwies auf die zahlreichen Anmeldungen in ihrer Einrichtung.

Harmening hatte zuvor dargelegt, dass die Kinderzahlen in der Gemeinde in den kommenden Jahren sinken werden. Eine Überkapazität an Kita-Plätzen wäre die Folge. Auf der anderen Seite müssen die Kommunen bis 2013 den gesetzlichen Anspruch von Eltern auf Krippenplätze erfüllen. Laut einer Ermittlung des Bundes bedeutet dies, dass für 35 Prozent aller Kinder unter drei Jahren ein Betreuungsplatz vorgehalten werden muss.

„Dieser Wert ist frei gegriffen“, sagte Harmening, eine verlässliche Quote sei damit nicht gegeben. Dennoch will sich die Gemeinde – was bleibt ihr anderes übrig – an der 35 Prozent-Marke orientieren. Anhand der Geburtenzahlen ergibt sich demnach ab 2013 ein Bedarf von 24 Krippenplätzen. Das bedeutet, eine zweite Gruppe muss her. Denn derzeit existiert nur eine 15-Plätze-Gruppe in Liekwegen, die nach Worten der dortigen Leiterin, Susanne Cording, weitgehend ausgelastet ist.

Zwei Krippengruppen bedeuten 30 Plätze. Sollten in den Gruppen viele einjährige Jungen und Mädchen betreut werden, sinkt die Maximalzahl auf zwölf Plätze pro Gruppe. Selbst in solchen Fällen würden zwei Gruppen aber immer noch den Bedarf von 24 Plätzen decken.

Also Kindergartengruppe ‘raus, Krippe ‘rein? So einfach funktioniert das in Sülbeck nicht. Ein Umbau wäre nötig, so wie er in Liekwegen erfolgte. Dafür stehen pro zu schaffendem Platz 5000 Euro Zuschuss in Aussicht und weitere 1500 Euro für die Einrichtung. Die Maximalförderung vom Land liegt bei 97 500 Euro. Garantiert ist ein solcher Zuschuss aber nicht. Denn pro Jahr existiert laut Harmening pro niedersächsischem Landkreis ein bestimmtes Budget, das die Gemeinden abrufen können.

Bei zahlreichen Anträgen kann es also passieren, dass weniger oder gar kein Geld fließt. Die Gemeinde Nienstädt will sich deshalb hinsichtlich des Umbau-Zeitpunktes an der Verfügbarkeit von Landesgeld orientieren.




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