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Neuntklässler erleben Projekttag zum Thema Sexualkunde am Gymnasium Adolfinum

Zwischen Abgeklärtheit und Entdeckerlust

Bückeburg (vhs). Ein stattlicher hölzerner Penis gehört heutzutage zur Grundausstattung der staatlich bestallten Biologielehrkräfte – auch am Gymnasium Adolfinum. Verhütungsmethoden werden nicht tabuisiert, sondern demonstriert, etwa am Beispiel eines gut verpackten Kondoms. Kleine Fehler können schließlich große Folgen haben. Fingerfertig und total cool geht ein Junge aus dem 9. Jahrgang zu Werke, es geht ja nicht um den Ernstfall. Die Gruppe arbeitet zwar koedukativ, Mädchen und Jungen sitzen aber dennoch weitgehend getrennt. Beim Thema „Pille“ sind ganz andere Kompetenzen zu erlangen als bei Fragen der einfachen Mechanik.

veröffentlicht am 20.01.2011 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 04:21 Uhr

Am Ende bestätigen Schüler wie Lars Lehmann aus der Klasse 9.5: „Ein sinnvoller Tag, auch wenn wir zuerst Bedenken hatten.“ - „Könnte aber früher kommen“, meint Patrick Merz recht abgeklärt. Marie Hariehausen verweist darauf, wie wichtig es auch heutzutage immer noch sei, ungewollte Schwangerschaften zu verhindern. Jungen anderer Klassen betonen, das Thema „Sexualität und Gewalt“ hätten sie lieber mit einem Mann besprochen.

Der Projekttag Sexualkunde wurde zum zweiten Mal von den Fachlehrkräften der Biologie durchgeführt. In Zukunft ist der Stoff im 8. Jahrgang angesiedelt. Mit Ingetraud Wehking von BASTA und Ines Propfe (Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung) konnte Biologielehrerin Stefanie Schlüter zwei externe Expertinnen einbeziehen, Sozialarbeiter Steffen Knippertz war ebenfalls mit von der Partie. Es ging beim Stationenlernen um Homosexualität, Gewalt, Verhütung und die Biologie der Lebenszyklen. Manches wurde koedukativ behandelt, einiges getrenntgeschlechtlich.

Beim Thema Gewalt und Sexualität, so Wehking, die seit vielen Jahren in Schaumburg aktiv ist in Sachen Aufklärung, Hilfe und Prävention, sei die gemeinsame Auseinandersetzung von Jungen und Mädchen immer noch undenkbar. Fachärztin Propfe konnte dies aufgrund ihrer Erfahrungen, zum großen Teil an Hauptschulen bzw. in großstädtisch geprägten Bildungseinrichtungen, nur bestätigen. Wehking: „Beim Thema Gewalt und Sexualität geht es natürlich auch um Alkohol und andere Drogen!“

Am Adolfinum erwägt man, wie Fachobmann Thomas Fischer erläutert, aus dem Projekttag angesichts der vielen Aspekte der Thematik eine Projektwoche zu machen, eingebettet in entsprechende fächerübergreifende Aktionen der Schule. Dann wäre sicherlich auch (noch) mehr von Liebe die Rede, von Ethik ganz zu schweigen.




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