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Stadthäger Einzelhandel verzeichnet gegenüber erstem Halbjahr 2007 etwa gleich bleibende Umsätze

Zwischen Billig-Produkt und Luxusartikel

Stadthagen (sk). Trotz steigender Rohstoffpreise und hoher Energiekosten: Die Nachfrage bei Geschäften im Stadthäger Einzelhandel ergab, dass diese im ersten Halbjahr 2008 keinen nennenswerten Umsatzrückgang gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr verzeichnen. Deutlich wird eine Tendenz: Kunden greifen vermehrt entweder zu sehr günstigen Produkten oder zur hochpreisigen Alternative.

veröffentlicht am 16.07.2008 um 00:00 Uhr

"Ja, das ist schon so, dass die Leute sparsamer sind", hat Holger Schulz, Inhaber des Feinkostgeschäfts Tietz am Markt, das Kaufverhalten der Kunden in den vergangenen Monaten beschrieben. Der Trend gehe zu Discount-Produkten im Sortiment, zu einer Vielzahl von Artikeln von Milch und Zucker bis zu Hygieneprodukten, die bei Tietz in etwa gleich viel kosten wie bei den Discountern Aldi, Penny oder Plus. Dies sei jedoch "nur die halbe Wahrheit", so Schulz. Einen Kaufzuwachs gebe es außerdem eindeutig bei hochpreisigen Artikeln. Zu günstigem Sekt greife der Kunde ebenso wie zu Champagner oder zu Mövenpick-Kaffee statt zur Billig-Variante. Ob der Schlemmerjoghurt für 69 Cent oder das "No Name"-Produkt für 19 Cent in den Einkaufswagen wandert, bestimme jedoch nicht allein dasEinkommen des Kunden. Auch wer nicht so viel verdient, leiste sich hin und wieder teurere Produkte. Ausschlaggebend sei, wie viel Geld dem Kunden zum Zeitpunkt des Einkaufs zur Verfügung steht, so Schulz. Dieser bescheinigte dem Haus Tietz im ersten Halbjahr 2008 gegenüber dem gleichen Zeitraum 2007 ein "leichtes Umsatzplus". Dass sich das Kaufverhalten der Kunden nicht mehr allein an deren Einkommen messen lässt, bestätigte auch Hans-Joachim Rambow, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Hannover-Hildesheim. Vielmehr spare der Käufer an bestimmten Dingen, um bewusst an anderer Stelle - zum Beispiel für ökologisch hochwertige Nahrung - mehr auszugeben. Rambow attestierte dem Einzelhandel in Niedersachsen für die erste Jahreshälfte ein leichtes Minus. Und wenn sich auch die Energie- und Rohstoffkosten in den kommenden Monaten noch nicht flächendeckend und branchenübergreifend auf die Endpreise auswirkten, kurz- oder mittelfristig sei mit Preiskorrekturen zu rechnen. Rambow: "Auf breiter Front istein Kostenschub nicht wegzudenken." Einenähnlichen Umsatz im ersten Halbjahr 2008 im Verhältnis zum Vergleichszeitraum im 2007 sieht Geschäftsführer Ludger Schmänk für das Kaufhaus Hagemeyer. Hier hat die Sommerschlussverkauf-Phase begonnen, die im Haus Hagemeyer mit einer Preisreduktion von 25 Prozent auf bereits herabgesetzte Warelockt. "Ein gutes erstes Halbjahr" in Bezug auf den Umsatz vermeldete Stefan Tegeler, Geschäftsführer im Elektronik-Geschäft "Expert". Positiv habe sich vor allem die Fußballeuropameisterschaft ausgewirkt, die den Verkauf von Fernsehern mit Flachbildschirmen ankurbelte. "Durchweg positiv" sieht Kaufmann Günther Kreft, Inhaber des gleichnamigen Schuh- und Modehauses, das Geschäft im zurückliegenden halben Jahr und nach einer Umbauphase. Kreft stellt jedoch fest, dass die Kunden sehr viel preisbewusster einkaufen.




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