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132 Kinder und Jugendliche machen mit beim 3. Baseball-Camp der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde

Zwischen den vier „Bases“ lauert der „Team-Spirit“

Bückeburg (mig). Darauf haben sich 132 Kinder und Jugendliche schon seit Monaten gefreut: Auf dem Dr.-Faust-Platz hat am Montag das dritte Baseballcamp der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Bückeburg begonnen. Angeleitet von 22 amerikanischen Trainern, bewiesen die Teilnehmer schon am Premieren-Tag große Schlagfertigkeit, am Abend folgte eine Festveranstaltung im Zelt.

veröffentlicht am 21.07.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 08:41 Uhr

Der 15-jährige Tim-Oliver Eckel ist hoch konzentriert. Unter dem roten Schutz-Helm hervor fixiert er den Handschuh des Werfers, dann die kleine Kugel, die in hohem Bogen auf ihn zufliegt. Für eine Sekunde scheint die Zeit still zu stehen, Tim-Oliver legt sein ganzes Gewicht in einen schwungvollen, satten Schlag. Mit einem leisen „Plopp“ trifft der Schläger den weißen Lederball und schickt ihn hoch in die Luft. „Give me a homerun, just another homerun“, feuern seine Mannschaftskameraden ihn an. Tim-Oliver, der Baseball deshalb mag, weil „es Spaß macht, ungewöhnlich ist und man sich gegenseitig anfeuert“, lässt sich das nicht zweimal sagen. Wie ein Profi spurtet er über die vier Bases hinweg und schafft es „nach Hause“, bevor er abgeworfen wird.

„Zu Hause“ sein, dass ist auch Thema einer der zahlreichen Abendveranstaltungen, die die Gemeinde in der Woche (außer am Mittwoch) anbietet. Immer ab 19.30 Uhr spielt eine der drei Hausbands, es gibt Theaterstücke, eine kleine Ansprache und Spiele. „Wir stellen jeden Tag unter ein bestimmtes Motto, der Homerun steht für das Ankommen bei Gott“, erklärt Lothar Kranzkowski, Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde, das Konzept. Das Camp selbst geht auf eine Idee einer Gemeinde in Lübbecke zurück. Dort wird schon seit acht Jahren Baseball gespielt. „Weil der Sport hier noch nicht so bekannt ist, fasziniert er die Jugendlichen“, meint Kranzkowski, der das Camp gemeinsam mit etwa 80 ehrenamtlichen Helfern vorbereitet hat. Mit der Planung begann die Gruppe vor rund einem halben Jahr, inzwischen sind alle Bereiche abgedeckt. „Das reicht von den Gastfamilien bis hin zu denen, die über Nacht die Trikots waschen; alle sind sehr engagiert.“

Hilfe bekam die Gemeinde auch von einigen der 22 amerikanischen Trainer, die in diesen Tagen die Kids und Jugendlichen unterrichten. Darren Wood etwa, Pastor der Partnergemeinde Central Baptist Church of Jacksonville, reiste schon im Februar nach Bückeburg und half nicht nur bei organisatorischen Fragen, sondern besuchte auch den Englisch- und Sportunterricht heimischer Schulen. „Wir wurden hier sehr herzlich empfangen. Es war fast, als hätten wir Texas nie verlassen“, meint Wood im Gespräch. Am Baseball-Camp in Bückeburg nimmt Wood zum ersten Mal teil, den Jugendlichen will er vor allem den richtigen „Team-Spirit“ vermitteln. „Wir wollen nicht nur Baseball lehren, sondern auch Werte und das Leben von Jesus Christus.“

Wann er selbst mit Baseball begonnen hat, daran kann Wood sich heute nicht mehr erinnern: „Das wird uns beigebracht, wenn wir noch ganz klein sind“, sagt der schlaksige Pastor und lächelt. Die Begegnung mit seiner heutigen Frau Julie hat Wood dafür noch genau im Gedächtnis: „Ich habe sie bei einem Baseballspiel kennengelernt.“

Wie es damals wirklich abgelaufen ist, erzählt Julie Wood dann während eines Interviews im Rahmen der Abendveranstaltung. „Er ist damals in mich hineingelaufen und hat sich erst entschuldigt, als er den Homerun geschafft hatte.“

Neben dem sportlichen Ehepaar werden auch die anderen Amerikaner schweren Prüfungen unterzogen. Eine Teilnehmerin muss sogar „Fischers Fritze“ rezitieren. Vor der texanischen Flagge spielte dann eine der drei Hausbands, bei „der Frage des Tages“ konnten die Teilnehmer Preise (T-Shirts, Käppis) gewinnen. Ein Höhepunkt war die Vorstellung der einzelnen Mannschaften, alle hatten ihr von der Gemeinde gesponsertes Trikot angezogen.

Noch bis zum Ende der Woche werden die 132 Teilnehmer (66 Kinder und 66 Jugendliche) jeden Tag auf dem Spielfeld ihre Schlagtechnik verfeinern und Spielzüge einüben, am Samstag wird dann ganz Bückeburg zu einem Familientag (9 bis 17 Uhr) eingeladen. Neben einem Spielemobil, einer Hüpfburg und einem Elterntraining wird es ein großes Turnier der Teilnehmer und eine Siegerehrung (mit dem Bürgermeister) geben. „Bis dahin werden die Jugendlichen noch mehr zusammen gewachsen sein. Wichtig ist auch die internationale Begegnung“, freut sich Andreas Lötzer, ehrenamtlicher Diakon für Evangelisation und Integration. Ute Fabian: „Schon jetzt haben manche Mütter Schwierigkeiten, ihre Kinder hier nach dem Training wegzubekommen.“




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