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Rathaussaal präsentiert sich bei Blindow-Party als närrische Hochburg

Zwischen Robotern und Einhörnern

Bückeburg. Bückeburg, helau! Während im Rheinland die fünfte Jahreszeit sturmbedingt mit stark angezogener Handbremse gefeiert wurde und in einigen Karnevals-Hochburgen angesichts des drohenden Wetter-Unbills sogar ganz ausfiel, haben sich die heimischen Narren weder von Windstärke zehn noch sonstigen Widrigkeiten beirren lassen. Auf der seit nunmehr vier Jahrzehnten gefeierten Rosenmontags-Party der Bückeburger Blindow-Schulen, veranstaltet von den heimischen Licht-, Ton- und Bühnen-Spezialisten B.D.T. Music & Light, brachten sie einmal mehr den Rathaussaal zum Kochen und bewiesen damit erneut, dass die von den meisten so ganz und gar nicht karnevalistisch eingeschätzte norddeutsche Provinz eine echte Hochburg des Frohsinns sein kann – gerade dann, wenn rings um einen herum alles in Trübsinn und ausgefallenen Rosenmontags-Umzügen versinkt.

veröffentlicht am 09.02.2016 um 13:37 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 06:41 Uhr

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Die Bückeburger haben darin Übung: Als im Februar 1991, also vor einem Vierteljahrhundert, angesichts des Golfkriegs um das vom Irak besetzte Kuwait in ganz Deutschland die Faschingsveranstaltungen und Umzüge abgesagt wurden, da stemmten sich die Jecken und Narren der Fürstenresidenz genauso gegen den Trend und feierten im Rathaussaal, als gebe es kein Morgen mehr. An Fantasie und Kreativität hatte die ausgelassene und exaltierte Gästeschar im Rathaussaal auch diesmal nicht gespart, um möglichst ausgefallen, exotisch und extravagant zu erscheinen. Die entzückendste Perspektive boten dabei sicherlich die fünf Einhörner der Fürstlichen Hofreitschule Bückeburg, bestehend aus Marlene Wies, Janna-Marie Glissmann, Patricia Schneider, Rebecca Güldenring und Dorothea Glindmeyer – und das von vorne wie von hinten. Aber auch diverse Engel, Vampire, Hexen, Hippies, Nonnen und Comicfiguren durften nicht fehlen. Und sogar tanzende Topfblumen waren zu entdecken, nebst einem Kollektiv von Sheriff-Gestalten, denen der (nicht echte und schon gar nicht geladene) Colt vergleichsweise locker im Halfter saß.

Den spektakulärsten Hingucker des Abends bot jedoch Roberto Passarotto: War der 31-jährige Kreativ-Künstler im vergangenen Jahr durch sein imposantes Kostüm eines außerirdischen Monsterwesens ausgefallen, so stellte er das in diesem Jahr mit dem Design eines über zwei Meter großen futuristischen Roboters locker in den Schatten. Darin zu tanzen, sich zu unterhalten oder auch nur einmal zwischendurch ein Bier zu trinken, stellte sich zwar als nicht ganz unkompliziert dar, die Bewunderung der anderen Besucher und die uneinholbare Pole-Position bei der Kür des besten Kostüms des Abends waren ihm jedoch sicher. Narrensicher, um genau zu sein.

Fantsievolle Kostüme, so weit das Auge reicht.



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