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Fürst und Verein äußern sich zum geplanten Mehrgenerationenhaus in den Hofwiesen

Zwölf Häuser auf 7000 Quadratmetern

Bückeburg. Der Verein Mehrgenerationshaus Bückeburg und Fürst Alexander haben sich offiziell zu dem geplanten Projekt in den Hofwiesen geäußert. Auf 7000 Quadratmetern sollen zwölf Häuser mit insgesamt 57 Wohnungen sowie Gemeinschaftsräumen entstehen. Andere Grundstücke in Bückeburg seien nicht geeignet.

veröffentlicht am 03.03.2016 um 13:56 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 03:22 Uhr

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Bückeburg. Der Verein Mehrgenerationshaus Bückeburg e.V. in Person des Vorstands Manuela Tarbiat-Wündsch und Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe haben sich erstmals im Rahmen eines Pressegesprächs offiziell zu dem geplanten Projekt in den Hofwiesen geäußert.

Danach soll auf der Pferdekoppel in Verlängerung der Fläche von Gymnasium Adolfinum und Kreissporthalle an der Lulu-von-Strauß-undTorney-Straße gebaut werden. Auf 7000 Quadratmetern sind zwölf Häuser in dreigeschossiger Bauweise mit insgesamt 57 Wohnungen für Behinderte, Rentner, Familien, junge Menschen, Alleinerziehende, Flüchtlinge und ein Besucherappartment geplant. Die Häuser werden mit Laubengängen miteinander verbunden. Dazu kommen Gemeinschaftsräume wie Café, Veranstaltungsräume, Werkstatt, Übungskeller für Bands, Waschküche, ein Gästeappartement, ein Spielplatz und ein Kinderhotel sowie Parkplätze, keine Tiefgarage. Von einer Kindertagesstätte ist inzwischen Abstand genommen worden, weil bei der Vorstellung des Projektes vor politischen Gremien der Stadt geäußert wurde, genügend Kindergartenplätze zu haben. 16 Wohnungen sollen über den sozialen Wohnungsbau gefördert werden, alle Wohnungen gleich ausgestattet sein. Vorbild ist ein Mehrgenerationenhaus in Königsbrunn, das 2014 mit dem „Miteinanderpreis“ ausgezeichnet worden ist.

Gebaut werden soll von einer heimischen Investorengemeinschaft, die eine gemeinnützige GmbH gründet, in der das Grundstück eingebracht wird, dessen Verkehrswert der Fürst mit circa 100 000 Euro bezifferte und das er unentgeltlich zur Verfügung stellen will. Die Ausgleichsmaßnahmen, die auf der Fläche lasten, sollen an anderer Stelle und auf Kosten anderer ausgeglichen werden. Die Investitionssumme beläuft sich auf circa acht Millionen Euro.

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000 Quadratmeter, zwölf Häuser, 57 Wohnungen und Gemeinschaftsräume: So sehen die Planungen für die Bebauung der Fläche an den Hofwiesen aus, oben die Außensportfläche der Kreissporthalle.

Mieter und Betreiber des Mehrgenerationenhauses wird der Verein Mehrgenerationenhaus Bückeburg e.V.. Zwischen Betreiber und der gemeinnützigen Grundstücksgesellschaft soll mit einem langjährigen Vertrag vertraglich geregelt werden, dass die Gebäude keinem anderen Zweck zugeführt werden können, sollte es wirtschaftliche Schwierigkeiten beim Betreiben des Mehrgenerationenhauses geben. Das Gebäude müsse dann weiter gemeinwirtschaftlich durch einen anderen Betreiber geführt werden, sollte dieser Fall eintreten. „Ich kann und werde mir so ein Manöver nicht leisten“ trat Fürst Alexander Kritikern entgegen, die Befürchtungen geäußert hatten, dass die Zurverfügungstellung des Grundstücks ein Manöver sei, um die Gebäude und womöglich weitere Teile der Hofwiesen für andere Zwecke nutzen zu können: „Ich lebe hier. Ich setze meine Redlichkeit nicht aufs Spiel.“

Zur umstrittenen Standortfrage sagten Manuela Tarbiat-Wünsch und der Fürst, dass es keine anderen Flächen in Bückeburg mit der benötigten Quadratmeterzahl gibt. Das Areal des Krankenhauses werde bereits von einem Investor überplant, die Jägerkaserne stehe frühestens 2021 zur Verfügung, falls überhaupt, und unter der Herderschule sei eine Mülldeponie, die nach ihrem Kenntnisstand für circa vier Millionen Euro beseitigt werden müsse, ehe gebaut werden kann. Derzeit werde im Bauamt geprüft, ob andere Flächen im Stadtgebiet in Betracht kommen. Sollte die Stadt dem Standort zustimmen, müsste er mit Zustimmung des Landkreises aus dem Landschaftsschutzgebiet herausgenommen, der Flächennutzungsplan geändert und ein Bebauungsplan aufgestellt werden.

Manuela Tarbiat-Wündsch und der Fürst warben für das Mehrgenerationenhaus: „Es ist ein sehr soziales Projekt und kein Renditeobjekt.“ Hier können Menschen aller Altersgruppen, mit und ohne Handicap, Familien oder Alleinerziehende miteinander leben. Jeder Mieter, der sich dem Verein anschließt, bekommt eine Stimme für seine Wohnung und kann sich an Entscheidungen wie zum Beispiel der Mieterwahl beteiligen, da das gemeinschaftliche Miteinander im Wesentlichen von den Mietern abhänge. Im Kinderhotel können Kinder 24 Stunden betreut werden, etwa wenn die Mutter als Krankenschwester Nachtschicht hat. Dieses Angebot stehe allen Bückeburgern offen. In den Gemeinschaftsräumen und/oder Café kann es Mittagstisch für Senioren und Kinder geben. Geburtstage gefeiert, Sprachunterricht gegeben oder aber kulturelle Veranstaltungen begangen werden. Tarbiat-Wündsch: „Ein Begegnungsort für Bückeburg.“ In dem Haus wird darauf geachtet, dass sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für die Bewohner mit Behinderung entstehen – mit Mindestlohn. Fahrradverleih, Car-Sharing mit E-Autos oder Tauschbörsen rundet das Angebot für die Gemeinschaft ab.

Als „schade“ bezeichnete es Manuela Tarbiat-Wündsch, dass es bereits einen Aufruf zur Gründung einer Bürgerinitiative gab, ohne zu wissen, warum es geht: „Pauschal gegen alles zu sein, ist keine Lösung.“ Sollte sich kein Alternativgrundstück finden, möchte der Verein die Bürger wissen lassen, dass sie dann nicht gegen ein Grundstück, sondern gegen ein soziales Projekt stimmten.

Weitere Infos auf der Homepage www.mehrgenertionenhaus-bueckeburg.de.

Weitere Infos auf der Homepage des Vereins: www.mehrgenerationenhaus-bueckeburg.de. Die Page ist am Donnerstagabend frei geschaltet.




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