Daran wäre Bauerngut-Neubau fast gescheitert / So geht es jetzt weiter
BÜCKEBURG. Der geplante Neubau eines Hochregallagers von Bauerngut am Bückeburger Hasengarten hat eine wichtige Hürde genommen. In einer nicht öffentlichen Sondersitzung stimmte der Rat der Stadt Bückeburg dem Erwerb einer Fläche in mittelbarer Nähe der ins Auge gefassten Baufläche zu. Diese Fläche wird als Ausgleichsfläche benötigt, um ein neues Refugium für die in diesem Bereich beheimateten Feldlerche, zwei Paare, anbieten zu können. Ohne diese Fläche wenige Hundert Meter von der Baufläche entfernt, wäre der Neubau zum Scheitern verurteilt gewesen.
Wie Bürgermeister Axel Wohlgemuth auf Anfrage unserer Zeitung erklärte, habe der Rat mit „sehr großer Mehrheit“ für den Kauf der Fläche gestimmt. Wie abgestimmt wurde, darf er mit Verweis auf die Nichtöffentlichkeit der Sitzung nicht mitteilen. Über den Eigentümer und den Verkaufspreis hüllte er sich in Schweigen. Die Fläche ist circa 1,8 Hektar groß und schließt sich an die geplante Baufläche in südöstliche Richtung an.
Baurecht schon bis Ende des Jahres?
„Ich bin froh, dass wir eine weitere Hürde hin zum Baurecht genommen habe“, freute sich der Bürgermeister. Er geht davon aus, dass bis Ende des Jahres nun Baurecht geschaffen werden kann Wohlgemuth: „Ambitioniert, aber machbar.“ Die Edeka Minden-Hannover als 100-prozentige Eigentümerin von Bauerngut bezeichnet den Kauf als „wichtigen Meilenstein“.
Um den Neubau endgültig zu ermöglichen, steht seitens des Landkreises Schaumburg noch die Zustimmung zur Herausnahme der Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet Bückeburg-West/Sandfurth aus. Das entsprechende Verfahren ist vom Kreistag eingeleitet, ruhte aber, solange die jetzt gekaufte Ausgleichsfläche nicht zur Verfügung stand. Die Herauslösung ist Voraussetzung für die Aufstellung des Bebauungsplanes.
Vonseiten der Stadt sind die Änderung des Flächennutzungsplanes und die Neuaufstellung eines Bebauungsplanes notwendig, damit das Vorhaben realisiert werden kann. Seitens der Stadt waren auch die Planungen und der Beschluss der ersten Bürgerbeteiligung ins Stocken geraten – weil eben die Ausgleichsfläche trotz aller Bemühungen nicht hätten gefunden werden, beziehungsweise erst nach längeren Verhandlungen hätten erworben werden können, wie Wohlgemuth bestätigte.
Edeka spricht selbst von "wichtigem Meilenstein"
Städtischerseits solle nun das Verfahren fortgeführt werden. Nach Angaben des Bürgermeisters sind weitere Gutachten sowie eine Reihe von Anpassungsarbeiten an die veränderte Ausgangsposition erforderlich. Er gehe davon aus, dass noch in diesem Jahr Baurecht geschaffen werden könne. Sowohl im Verfahren der Stadt als auch in dem des Kreises erfolgt eine weitere öffentliche Auslegung, bei der erneute Stellungnahmen abgegeben werden können. In der ersten öffentlichen Auslegung des B-Plans sind über 700 Eingaben erfolgt, die bisher nicht beantwortet worden sind, weil – wie berichtet – das Verfahren geruht hat.
In einer Pressemitteilung bezeichnete die Edeka Minden-Hannover den Erwerb der Ausgleichsflächen als „wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Baurecht“. Der Kauf der insgesamt drei Grundstücke stehe kurz vor dem Abschluss. Konkret gehe es zum einen um besagte Ausgleichsfläche für die beiden von den Bauarbeiten unmittelbar betroffenen Feldlerchenpaare. Zum anderen wird Bauerngut auch den baulichen Eingriff in Grund und Boden durch weitere Ausgleichsflächen nordöstlich des E-Centers am Weinberg und in Meinsen entsprechend der behördlichen Vorlagen mit insgesamt 1,5 Hektar Fläche kompensieren.
Die Details sollen bald abgestimmt werden
Die Details zur Pflege dieser ehemals intensiv genutzten landschaftlichen Flächen würden in den nächsten Wochen zwischen Bauerngut, der Stadt Bückeburg und der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Schaumburg abgestimmt. Die Festlegung der Maßnahmen werde Bestandteil der Auslegungsunterlagen sowohl für die städtische Bauleitplanung als auch für das beim Landkreis Schaumburg geführte Verfahren zur Teillöschung des Landschaftsschutzgebietes.
Da die Fläche auf nordrhein-westfälischem Gebiet in der Gemarkung Kleinenbremen liegt, beriet am späten Montagnachmittag auf Portaner Seite noch der Ausschuss für Planung und Umweltschutz unter dem Tagesordnungspunkt „Erweiterung Bauerngut in Bückeburg, Vorstellung des aktuellen Standes durch die Stadt Bückeburg“ über das Thema.
SZ/LZ