Auch der Fürst spielt eine Rolle

Zwei Schaumburger treffen sich zufällig in Mainz - und werden Freunde

Arvid Michel und Clara Kohlmeier kommen beide aus Schaumburg. Dort sind sie sich nie über den Weg gelaufen. Nun studieren sie zusammen in Mainz

Bückeburg/Hagenburg/Mainz. Als ich an einem verregneten Mittwoch von meinem WG-Zimmer in Mainz aus losgegangen bin, um auf der Kneipentour der Master-Erstsemester neue Leute kennenzulernen, hätte ich wohl nicht damit gerechnet, einen neuen Freund aus Schaumburg zu gewinnen. Doch unverhofft kommt selten oft.

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Ich habe diesen Oktober meinen Master in Politischer Ökonomie und Internationalen Beziehungen an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz begonnen. Wieder mal ein Neuanfang, bei dem man im besten Fall zeitnah neue Freunde findet – sonst ist der Anschluss schnell verpasst. Und was bietet sich dazu besser an, als mit den Kommilitonen durch die Mainzer Kneipen zu ziehen? Zugegeben, zu Beginn sind Zusammenkünfte dieser Art meist etwas unangenehm, doch spätestens in der zweiten Kneipe wird‘s lustig.

Fürst Alexander verbindet

Das war auch dieses Mal wieder der Fall. Wie immer, wenn ich in Mainz unterwegs bin, habe ich den Leuten euphorisch von meiner kleinen, süßen Heimatstadt Bückeburg vorgeschwärmt – mit ihren vielen schönen, bisweilen etwas verrückten Traditionen und Geschichten. Als ich meinem Sitznachbarn dann erzählt habe, dass es bei uns zuhause sogar einen Fürsten gibt, hörte ich plötzlich jemanden hinter mir sagen „Hey, bei uns auch!“. Nach etwas hin und her stellte sich heraus, dass wir tatsächlich denselben Fürsten meinen.

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So lernten sich die Freunde kennen

Mein Kommilitone Arvid Michel kommt aus Hagenburg und ist dieses Semester nach Mainz gezogen. So war das Eis zwischen uns schnell gebrochen: Was mit zahlreichen Diskussionen darüber, ob Hagenburg oder Bückeburg schöner ist – hier muss ich einschieben, dass Bückeburg meiner Meinung nach gnadenlos vorne liegt – begonnen hat, wurde schnell zu einer Freundschaft. Natürlich war auch die Neugier geweckt, ob wir gemeinsame Bekannte haben und uns vielleicht irgendwann schon über den Weg gelaufen sind. Da wurden zwischen Weinschorle, Trinkspielen und Musik die Instagram-Abonnenten überprüft, Stadthäger Abi-Feten Termine von 2018 abgeglichen und Vieles mehr. Fast wie bei richtigen Detektiven. Einen Monat später fanden wir dann heraus, dass es in unserem Bekanntenkreis wirklich Überschneidungen gibt. Die Spurensuche war also endlich erfolgreich.

Selbstverständlich musste ich das Schaumburger Duo auch durch meine ehemalige Mitbewohnerin, der Bückeburger Pianistin Jennifer Klein, ergänzen. Jennifer studiert in Mainz Klavier. Zu dritt lassen wir vor unserem Kumpel aus Oberbayern unser nahezu perfektes Schaumburger Hochdeutsch heraushängen und teilen Geschichten aus der Heimat.

So lustig der Zufall, in einer weit entfernten Stadt Freunde von zuhause zu haben nämlich ist, so schön ist es auch, immer ein Stück Schaumburg bei sich zu haben. Noch ein großer Vorteil: Die Bahnfahrt nach Bückeburg ist in Gesellschaft um einiges erträglicher – Geteiltes Leid ist halbes Leid!

Am Ende zeigt sich: Egal, wo man hingeht, die Welt ist oft kleiner, als man denkt. Und so wurde aus einer Kneipentour nicht nur ein lustiger Abend, sondern eine Freundschaft, die bis nach Schaumburg reicht.

SZ/LZ

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