Auf dem Weg nach Lindhorst

Schüsse in Lindhorst: Polizei-Bulli kommt von Straße ab – unbekannter Helfer fährt Beamte zum SEK-Einsatz

Die Polizisten mussten ihren Wagen stehen lassen und fuhren mit ihrem unbekannten Helfer mit.

Lindhorst. Im Rahmen des SEK-Einsatzes am Donnerstagabend in Lindhorst ist es zu einer ungewöhnlichen, nahezu filmreifen Situation gekommen, bei der ein bislang unbekannter Sportler eine wichtige Rolle spielte. Zwei Beamte des Polizeikommissariats Stadthagen, darunter der Einsatzleiter, befanden sich mit einem Streifenwagen auf dem Weg zum Einsatzort, als das Fahrzeug in Lüdersfeld auf der regennassen Fahrbahn ins Schleudern geriet.

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Der Bulli landete auf dem Grünstreifen und blieb mit dem linken Vorderrad im Boden stecken. Die Kollegen blieben unverletzt, das Einsatzfahrzeug war aber vorerst nicht mehr fahrbereit. Genau zu diesem Zeitpunkt kam ein etwa Mitte 30-jähriger Autofahrer vorbei, der zu seinem Sporttermin unterwegs war. Die Polizisten baten ihn um Unterstützung – und der Mann zögerte keine Sekunde.

Polizisten würden Helfer gerne persönlich danken

Gemeinsam versuchten sie, den Bulli aus seiner misslichen Lage zu befreien, allerdings ohne Erfolg. Da der Einsatz höchste Dringlichkeit hatte, trafen die Beamten eine pragmatische Entscheidung: Der hilfsbereite Fahrer sollte sie zum Tatort am Erfurter Weg bringen. Und tatsächlich nahm er beide Kollegen samt Einsatzmittel in seinem Wagen auf und brachte sie auf polizeiliche Anweisung rund fünf Kilometer weit bis in unmittelbare Nähe der Einsatzstelle.

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Dank seiner spontanen Hilfe gelangten die Polizisten schnell dorthin, wo sie gebraucht wurden. Für den Unterstützer habe währenddessen keinerlei Gefahr bestanden. Nachdem die Polizisten ausgestiegen waren, konnte der Sportler seine Fahrt -wenn auch etwas verspätet – fortsetzen.

Die Polizei bedankt sich ausdrücklich für diese außergewöhnliche Hilfsbereitschaft und bittet den unbekannten Helfer, sich beim Polizeikommissariat Stadthagen unter der Nummer (05721) 98220 zu melden. „Wir würden uns freuen, ihm persönlich danke sagen zu dürfen“, hieß es aus dem Kommissariat.

Bei dem SEK-Einsatz am Donnerstagabend hatte ein Lindhorster aus einem Haus im Erfurter Weg geschossen. Er zielte dabei auch auf die alarmierten Beamten. Nach der Festnahme des Mannes wurden in seiner Wohnung drei Waffen gefunden. Ermittelt wird gegen den 43-Jährigen jetzt wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten sowie wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung.

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