"Ehrenamtliche arbeiten zwölf Stunden und mehr"

13. Symposium: Wirbt eine sechs bis acht Meter große Dino-Stahlskulptur für Obernkirchen?

Große Skulpturen kann Gleb Dusavitskiy aus Dänemark: Ein Modell seines Dinos hat er mitgebracht, es ist in der Begleitausstellung zu sehen.

OBERNKIRCHEN. Der Tagesordnungspunkt vier umfasst bei Sitzungen in aller Regel die Mitteilungen der Verwaltung, auch im Ausschuss für Bürger und Bildung informiert die Bürgermeisterin kurz über das, was mitteilungswürdig ist. Der NDR, so erklärt Dörte Worm-Kressin also, habe auf dem diesjährigen Symposium einen kurzen Film gedreht, rund drei Minuten, die im Rahmen von „Hallo Niedersachsen“ gezeigt wurden, die Resonanz sei sehr positiv ausgefallen, sie sei mehrfach darauf angesprochen worden, das Symposium des Kulturfensters als Trägerverein werde mittlerweile weit über die Stadt- und Landesgrenzen beachtet, erklärt das Stadtoberhaupt: „Es ist eine feste Größe.“

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Der NDR filmt und stellt auch die Weltläufigkeit des Symposiums deutlich heraus.

Ohne sich bei den Kollegen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks einschmeicheln zu wollen, kann der Eindruck von Worm-Kressin hier bekräftigt werden: Bildhauerin Catiuscia Dotto erklärt vor laufender Kamera den hohen künstlerischen Stellenwert des Obernkirchener Symposiums in ihrer Heimat, sonst hätte sie die Reise von Brasilien in die Bergstadt auch wohl nicht angetreten.

Und so hätte Ausschussvorsitzender Heiko Schaper (CDU) den nächsten Punkt der Tagesordnung aufrufen können (4.5: Jubiläum Kita Kleistring), wenn nicht Kirsten Battaglia eine Wortmeldung angezeigt hätte. Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende kritisierte, dass die Ratsmitglieder zum Empfang für die Sponsoren am ersten Symposiumstag nicht eingeladen wurden, dass man ihr aus den Reihen der Info-Galerie zugetragen habe, dass dort kein Werbematerial vorbeigebracht worden sei und dass für das Symposium und die begleitende Ausstellung im Schafstall zu wenig Werbung gemacht worden sei, außerdem sei vielen ja gar nicht bekannt, wo sich der Schafstall befinde. Worm-Kressin nahm die Vorwürfe eher leicht: „Ich werde sie an die Vorsitzende des Kulturfensters weiterleiten.“ Weit hat sie es da bekanntlich nicht, sie selbst übt das Ehrenamt aus.

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Nur einer im Ausschuss hat eine Einladung erhalten

Aber das Vorzimmer und das Sekretariat seien in den letzten Tagen nicht besetzt, aber man habe die Künstler schon am Anreisetag begrüßt, es sei alles so abgelaufen wie auf den vorherigen Symposien auch, so Worm-Kressin weiter. Battaglia gab sich nicht zufrieden: Früher habe die Stadt Einladungen mit Rückantwort geschickt. Na ja, so Worm-Kressin, die Rückantworten seien stets „überschaubar“ ausgefallen, und dann blickte sie fragend in die Ausschussrunde: Wer habe denn eine Einladung erhalten? Schaper hob als Einziger die Hand. Worm-Kressin will nun „recherchieren“, was bei den Einladungen wo falsch gelaufen ist.

Vor dem Schafstall verweisen zwei große Skulpturen auf die Sonderausstellung.

Tobias Kranz (CDU) sah es so: Ob er auf einen Empfang eingeladen werde, sei ihm „relativ egal“, wichtiger sei ihm die Veranstaltung selbst: Was auf dem Kirchplatz geboten und von den Ehrenamtlichen getragen werde, „ist ganz toll“. Worm-Kressin hatte ebenfalls von den Ehrenamtlichen berichtet: Sie würden „von morgens bis abends“ auf dem Kirchplatz und im Trafohaus und Schafstall präsent sein, „mit Leib und Seele, zwölf Stunden jeden Tag und manchmal auch mehr“. Worm-Kressin hätte sich selbst als Beispiel anführen können: Die Bürgermeisterin hat sich zwei Wochen Urlaub genommen, um gemeinsam mit den Ehrenamtlichen die Künstler aus aller Herren Länder auf den Samtkissen der Gastfreundschaft durch da 13. Symposium zu tragen. Zur Sitzung des Ausschusses erschien sie im Kulturfenster-Shirt: Es war keine Zeit zum Kleidungswechsel.

„Was auf dem Kirchplatz geleistet wird, das kann nicht besser sein“

Martin Völkening (SPD) sprang Battaglia zur Seite, er sei auch davon ausgegangen, dass die Stadt Einladungen verschicke, „wir haben nun gehört, das war nicht der Fall“, und er selbst gehe nicht auf einen Empfang, zu dem er keine Einladung erhalten habe. Worm-Kressin versprach für die Zukunft einen Ratsempfang. Battaglia regte anschließend an, dass die Stadt überlegen möge, ob sie das Symposium künftig nicht personell unterstütze. Den Hinweis der fehlenden Werbung wies Worm-Kressin zurück: Seit einem halben Jahr werde auf der Homepage der Stadt für das Symposium geworben, man könne sich Flyer herunterladen, „was das Kulturfenster in dieser Form leisten kann, das wird auch geleistet.“

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Bernhard Männel bei der Arbeit.

Thomas Stübke von den Grünen verwies darauf, dass sich das Team der Info-Galerie zurzeit „neu“ aufstelle, und der Schafstall des Stiftes sei „den meisten bekannt“, wer ihn und die begleitende Ausstellung besuchen wolle, der finde ihn auch. Seine eigentliche Aussage kam am Schluss seines Beitrages: Was auf dem Kirchplatz von den Künstlern und den Ehrenamtlichen geleistet werden, „das kann nicht besser sein. Das ist einfach genial.“

Großes Kino, kleines Karo

Anders formuliert: Es gibt großes Künstler-Kino vor der Stiftskirche und kleines Karo der SPD im Ausschuss. Vor dem Schafstall im Wirtschaftsinnenhof des Stiftes stehen übrigens zwei große Steinwerke, die nicht nur neutrale Beobachter vermuten lassen, dass sich im Inneren des Gebäudes etwas mit Bezug zum diesjährigen Symposium findet, und der vielleicht 200 Meter lange Weg selbst vom Kirchplatz zum Schafstall ist mit großen Hinweisschildern so gut ausgezeichnet, dass ihn selbst Stevie Wonder ohne fremde Hilfe problemlos finden würde.

Im Ausschuss selbst ging es mit einer kurzen letzten Mitteilung der Bürgermeisterin weiter, auch sie betraf das Symposium: Im Schafstall finde sich eine größere Dino-Figur aus Draht, sie stammt von Gleb Dusavitskiy: Der dänische Künstler habe nun angeregt, für die Dinosaurier-Stadt Obernkirchen eine richtig große Dino-Skulptur zu schaffen, etwa sechs bis acht Meter hoch.

Dieser Vorschlag, so Worm-Kressin, solle doch mal in den Fraktionen beraten werden, sie selbst werde den Landkreis Schaumburg anschreiben, vielleicht komme ja ein gemeinsames Projekt zustande. Möglicherweise dort, wo die Dinospuren gefunden und freigelegt wurden.

SZ/LZ

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