Ausstellung offiziell eröffnet

Von der „Volkskamera“ und Polaroids: Kamera-Sonderausstellung im Obernkirchener Museum

Museumsleiterin Sybille Schlusche und Ausstellungsorganisator Karl Fabian präsentieren die Solargrafie.

Obernkirchen. Heutzutage fotografiert man mit Smartphones, für junge Leute mag sich die Digitalkamera der 2000er Jahre schon altmodisch anfühlen. Doch die Geschichte der Fotografie und die Weiterentwicklung der Kameras ist vielschichtiger als man glaubt: Die neue Sonderausstellung des Museums für Bergbau und Stadtgeschichte Obernkirchen zeigt die Vergangenheit der Fotografie. Die neuesten Fotoapparate sind hier aus den 70er und 80er Jahren, die anderen deutlich älter.

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Ausstellungsorganisatoren Siegfried Hoffmann, Karl Fabian und Jürgen Swoboda sind zufrieden mit ihrer Auswahl an Exponaten. Hoffman erzählt, dass die Auswahl der Kameras nicht einfach gewesen sei, „aber man hat dann doch seine Lieblingsstücke“ die man gerne bei so einer Ausstellung dabei hätte.

In den Spiegelreflexkameras kann man den Schein der Vitrinenbeleuchtung erkennen: Die Funktionsweise dieser Kameras wird so verdeutlicht.

„Es ist ein bunter Querschnitt: Von Plattenkameras über Groß- und Kleinbildkameras bis zu den Filmkameras zeigen wir die verschiedensten Modelle“, erklärt Fabian. Bekannte - und beliebte - Kameras von Herstellern wie Leica oder Rolleiflex sind dabei, aber auch wahre Exoten. Lichtbild-Nostalgiker kommen in der Ausstellung auf ihre Kosten, denn „man sieht Kameras, mit denen man vielleicht in die Fotografie eingestiegen ist und kann sich an die Zeiten zurück erinnern“, führt Fabian weiter aus.

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Auch eine der ersten Polaroid-Kameras können Museumsbesucher bewundern. „Die Kamera selbst ist recht schwer, daher kam sie in einem speziellen Lederkoffer, den wir auch in der Ausstellung haben. Der Originalfilm ist ebenfalls dabei“, beschreibt Hoffmann das besondere Exponat. Generell seien fast alle Kameras der Ausstellung voll funktionsfähig, erklärt er.

Fotografie hat historische Bedeutung

Die historische Bedeutung der Fotografie wird in der Ausstellung ebenfalls deutlich: Die Fotografie war ein komplett neues Medium, das nicht nur Zeitgeschichte festhalten konnte, sondern auch zur Manipulation benutzt wurde, zum Beispiel im Zweiten Weltkrieg.

Manche Kameras haben sogar frühzeitig die breite Masse erreicht, zum Beispiel die sogenannte Volkskamera: „Die Volkskameras waren weit verbreitet, es wurde viel fotografiert. Gerne die Verwandten, die aus dem Osten geflohen sind. Da hat man festgehalten, dass sie wieder da sind“, erklärt Sybille Schlusche, Museumsleiterin in Obernkirchen.

Wer selbst mit der Herstellung von Lichtbildern herumexperimentieren möchte, kann sich in der Ausstellung über die Herstellung von Solargrafien informieren. „Das ist ganz einfach, dafür braucht man nur ein paar einfach Dinge, wie zum Beispiel eine leere Getränkedose, und schon kann man den Verlauf der Sonne festhalten“, so Schlusche. Ebenfalls ungewöhnlich: Die Ausstellung zeigt ein originales Reproduktionsgerät. Damit konnte man früher Bilder vervielfältigen, bevor es Kopierer und Drucker gab.

Ausstellung bedeutend für Museum

Die Ausstellung ist für mindestens ein halbes Jahr im Museum zu sehen. Sie sei für die Organisatoren und das Museum von Bedeutung, denn „gerade Fotografie ist ein Thema, das viele interessiert. Dadurch soll das Museum bekannter werden“, sagt Hoffmann. Über neue Mitglieder im Museumsverein würden sie sich ebenfalls immer freuen.

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Das Museum hat am 1. Dezember im Zusammenhang mit dem Obernkirchener Adventsmarkt bereits ab 11 Uhr geöffnet.

SZ/LZ

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