Premiere im Expojahr 2000

Landpartie Bückeburg: Blick zurück auf die Anfänge der beliebten Veranstaltung am Schloss

Alexander zu Schaumburg-Lippe, damals Erbprinz, sucht mit Mechthild Wilke die passenden Stoffe aus. Für die Landpartie vor 25 Jahren wurde zunächst auch das Schloss verschönert.

Bückeburg. Im Expo-Jahr 2000 wurden zum ersten Mal die Tore und Türen zum Schloss Bückeburg und seinen Anlagen für die Landpartie geöffnet. Damals schon mit dabei war Bettina Huhn vom Teppichhaus Tönsmann in Espelkamp. Unsere Redaktion sprach mit ihr anlässlich des 25. Jubiläums. „Das ist wie ein Familientreffen“, sagt sie im Jahr 2025 über die unmittelbar benachbarten Aussteller, mit denen sie stets an derselben Stelle hinter dem Schloss steht, „wir sind wie eine kleine Familie“.

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Zwei Tage vor dem eigentlichen Termin wird aufgebaut, „für uns ist es relativ einfach, wir haben nur etwa sechs bis sieben Teppiche dabei“, sagt Bettina Huhn. Von der Schlossverwaltung aus sei stets alles perfekt organisiert und vorbereitet, das vorbestellte Zelt aufgebaut mit passendem Boden und Strom.

Von Anfang an auf der Landpartie vertreten: Ilona Schröder.

Bettina Huhn arbeitet seit 1993 in dem Teppichhaus und fühlt sich daher nicht mehr nur wie eine „normale“ Mitarbeiterin: „Tönsmann ist ein alteingesessenes Haus mit Tradition“, und „wie ein altes Schloss“ haben „auch wir eine alte Geschichte“. Ihr gefällt die Idee, das Motto der Landpartie in diesem Jahr ganz auf „Schaumburg“ auszurichten. Es lautet „Home Sweet Home - Zuhause in Schaumburg“.

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Das gefällt auch Ilona Schröder, die mit ihrer Keramikwerkstatt von der ersten Landpartie an nahtlos bis heute dabei ist. „Handgefertigtes aus Schaumburg-Lippe“ bietet sie auf einer größeren Fläche an, neben ihrer „Terra Keramikwerkstatt“ aus Auhagen sind dort weitere Aussteller vertreten. Auch sie spricht von einer „Ausstellergemeinschaft“, da helfe jeder jedem.

Nackig durch den Park geflitzt

Auch für die Organisatoren ist Ilona Schröder, die auf der Landpartie viele Stammkunden wiedersieht, voll des Lobes: „Alle Achtung, das ist professionell“ - und meint nicht nur die üblichen Verwaltungsaufgaben, sondern auch den Umgang mit außergewöhnlichen Situationen. So erinnert sie sich, wie jemand nackig durch den Park flitzte und diskret „eingefangen“ werden musste.

Oder wie einer Frau, die einen Herzinfarkt erlitt, unverzüglich geholfen werden konnte. Vor Corona, als die Landpartie aussetzen musste, habe es im Zuge einer Ausstellung eine Warnung vor schwerem Unwetter gegeben - auch hier sei höchst professionell damit umgegangen worden, erinnert sich Ilona Schröder.

Auch er ist von Anfang dabei: Peter Spielmann.

Bettina Huhn meint: „25 Jahre lang eine Landpartie in dieser Größe aufrechtzuerhalten, das ist schon eine Leistung.“ Sie meint, die Menschen würden vor allem in so großer Zahl auf die Landpartie kommen, weil sie wieder „vis-a-vis“-Kontakte haben wollen. Niemand kaufe bei der Landpartie einen Teppich, aber „wir stellen vor Ort die Kontakte her“, so Bettina Huhn. „Das persönliche Gespräch kann durch nichts ersetzt werden.“ Nicht nur bei der Landpartie im Allgemeinen, auch beim Thema Teppich stellt sie eine gewisse „Beständigkeit“ fest. Gerade in jüngster Zeit erlebe sie, dass junge Leute, die ihren Teppich von den Eltern erbten, „wieder wertschätzen“.

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Seit 25 Jahren begeistert der Kunsthandwerker Peter Spielmann aus Bückeburg auf der Landpartie mit seinen einzigartigen Skulpturen aus Stein und Metall. Vor Ort gibt er spannende Einblicke in sein kreatives Schaffen und zeigt live, wie seine Kunstwerke entstehen. Er präsentiert seine Kunst unter freiem Himmel, ein kleines Zelt ist aber auch dabei. Was ist für ihn das Wichtigste bei der Ausstellung? „Die Anerkennung meiner Kunst.“

Von einem "Erlebnis für ganze Familie" berichtet im Jahr 2000 die Schaumburger Zeitung.

Einer, der ebenfalls auf das Jahr 2000 zurückblickt, ist Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe. „Erinnerungen an Bückeburg habe ich natürlich sehr viele. Manche sind romantisch verklärt, aber wenn man seine gesamte Jugend an diesem Ort verbracht hat, kann das ja auch gar nicht anders sein. Jedenfalls denke ich, dass es an der Zeit ist, im 25. Jahr der Landpartie, mit der wir so viele Orte überall in der Welt zelebriert haben, an den einen Ort des Ursprungs zurückzukehren und zu sagen: Home sweet home. Hier sind wir zuhause“, wird er in der Ankündigung auf die nächste Landpartie zitiert.

Als „Ausstellung für Gartenfreunde und Liebhaber elegant-ländlicher Lebensart“ war die allererste Landpartie auf Schloss Bückeburg angekündigt. Sie wurde zu Pfingsten veranstaltet, vom 9. bis 12. Juni 2000. Und die Vorbereitungen sorgten auch für eine Verschönerung des Schlosses selbst - „zurzeit werden zwei Räume der Gemäldegalerie stilecht - wie früher - mit Seidenstoffen bespannt“, heißt es in einer Vorschau der Schaumburger Zeitung.

Fürstin wollte einzigartiges Fest auf die Beine stellen

Mechthild Wilke, Mitorganisatorin der allerersten und dann auch von weiteren Landpartien, erinnert sich auf ihrer Homepage „Die Landpartien“ an die Anfänge in Bückeburg. „Wenn Veränderungen im Leben anstehen, sind oftmals Wege vorherbestimmt: So kam es auch zum ersten Treffen mit Fürstin Benita zu Schaumburg Lippe auf dem prachtvollen Schloss Bückeburg. Es wurde über hochwertige Stoffe und prachtvolle Dekorationen philosophiert.“

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Nachdem „erinnerungsträchtige Bilder ausgetauscht wurden, war schnell klar, dass sich die Fürstin und Frau Wilke einig waren, gemeinsam ein neues großartiges und besonderes Fest auf dem Schloss Bückeburg organisieren zu wollen“. Weiter heißt es: „Hochwertige Gartendekoration, blühende Frühlingsblumen und allerlei Must-Haves für den Sommer wurden perfekt in der malerischen Kulisse des Schlossparkes in Szene gesetzt.“

Feuerwerk und Bilanz der Landpartie-Premiere.

Die aufwendigen, fast schon barock anmutenden, opulenten Blumenarrangements in den Eingängen, den gesamten Schlossräumen, sowie auf der Tafel im Festsaal seien besonders beeindruckend gewesen. Mechthild Wilke erinnert sich daran, dass sie so aufgeregt war, „den Erwartungen der Fürstin zu entsprechen, dass die ganze Nacht durchgearbeitet wurde“.

In den Folgejahren seien weitere prächtige Räume mit Wandbespannungen, historischen Bezügen und Gardinendekorationen renoviert worden, sodass immer mehr Räume für die Landpartie genutzt werden durften.

Mechthild Wilke (l.) und Benita Fürstin zu Schaumburg-Lippe bei den Vorbereitungen zur allerersten Landpartie.
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Davon können sich die Besucherinnen und Besucher auch heute noch überzeugen.

Tickets für die Veranstaltung sind online unter tickets.landpartie-schloss-bueckeburg.de/produkte verfügbar. Weitere Informationen und Details können der offiziellen Webseite unter www.landpartie-schloss-bueckeburg.de entnommen werden.

Hinweis: Dieser Archiv-Text stammt aus dem Jahr 2025

SZ/LZ

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