Fleckenmuseum Lauenau wird modernisiert: Neue Ausstellung und renovierte Räume
Lauenau. Die Winterpause des Fleckenmuseums endet am ersten Märzwochenende. Ab dann können interessierte Besucher einige Neuerungen entdecken. Das Casala-, Handwerks- und Postzimmer im ersten Stock des Museums sollen umstrukturiert werden. Das sei notwendig, da sich die Zielgruppe des Museums verändert habe, so der Vorsitzende des Museumsvereins Jürgen Schröder.
Die Besucher werden jünger, stellt er fest, dazu kämen zugezogene Lauenauer, die mit der Ortsgeschichte noch nicht vertraut seien. Früher habe es gereicht, Fotos aufzuhängen und die Erinnerung der Besucher sei von selbst gekommen, heute sei mehr Erklärung in Form von Texten und Vorträgen notwendig. „Zum Anfang haben die Besucher dem Museumspersonal noch etwas erklärt und beigebracht“, erinnert sich Schröder.
Saison beginnt im März
Deshalb sollen einige Räume umgestaltet werden. Zu viel will der Museumsleiter noch nicht verraten, gibt aber einen kleinen Ausblick auf die Veränderungen im Handwerkszimmer. Dort hingen bisher unzählige Meisterbriefe verschiedener Personen. Den alteingesessenen Lauenauern sind diese Handwerksmeister und die dazugehörigen Betriebe wohlbekannt. Jüngeren Menschen und Gästen aus anderen Orten fehlt diese Verknüpfung. Deshalb will Schröder sich auf einige wenige Meisterbriefe beschränken. Diese sollen dafür ausführlich erläutert werden, mit Informationen zum Werdegang der Person und der Geschichte des zugehörigen Betriebs.
Die neue Ausstellung beginnt in diesem Jahr ausnahmsweise erst am 8. März, passend zum Tag der Frau. Denn in der neuen Fotoausstellung steht das Bild der Frau in Lauenau im Vordergrund. Dabei wird gezeigt, wie die Lauenauer Frauen im Laufe der Jahrzehnte langsam aus dem Schatten ihrer Männer heraustraten und auch der Wandel der Mode wird behandelt.
Die Fotos aus der vorherigen Ausstellung vom Lauenauer Ortskern gehen aber nicht verloren, diese werden neuerdings von den Mitgliedern des Museumsvereins digitalisiert. Das erleichtere die Bearbeitung der Anfragen nach Informationen zu den Gebäuden und Personen erheblich. Den regelmäßig meldeten sich Bürger beim Fleckenmuseum und bitten um Informationen zu Familienmitgliedern oder Immobilien.
Auch 2025 wird es wieder die beliebten Vorträge und „Lauenauer Geschichten“ geben. So wird es am 25. April um 19 Uhr um das alte Rathaus und den „Alten Griechen“ gehen. Zudem jährt sich die Besetzung Lauenaus durch die Briten in diesem Jahr zum 80. Mal. Das nimmt Schröder zum Anlass, erstmalig auch die NS-Zeit des Ortes aufzuarbeiten. Denn die Thematik sei aktueller denn je. „Man kann nicht oft genug vor Krieg warnen“, so Schröder. Zudem interessiere diese Thematik auch immer häufiger ein junges Publikum. Aus Datenschutzgründen sei eine frühere Aufarbeitung und Präsentation der Thematik jedoch schwierig gewesen.