Heute Leerstand, bald Wohnraum? So will die Stadthäger Politik die Innenstadt mit Leben füllen
Stadthagen. Bei der Suche nach Lösungen für die Leerstands-Problematik in der Innenstadt setzen die Fraktionschefs im Rat neben Ansiedlung von Einzelhandel und Dienstleistungen stark auch auf den Faktor Wohnen. Eine städtebauliche Entwicklung in diese Richtung sei vor allem für die Randlagen der Altstadt erstrebenswert, heißt es auf Anfrage übereinstimmend.
Angesichts des allgemeinen Trends zum Einkauf im Internet müsse man realistisch erkennen, dass sich der Einzelhandel „künftig am Marktplatz und in der Obernstraße konzentrieren wird“, räumt CDU-Fraktionssprecher Heiko Tadge ein. Andere bisherige Handelslagen, wie etwa die Niedern- und die Echternstraße, würden „nach und nach wegbrechen“. Für diese Randlagen müsse daher auf die Ansiedlung von Dienstleistungen und eben das Wohnen gesetzt werden. „Das wird nötig sein, um für ein rundes Bild der Innenstadt zu sorgen“, betont Tadge.
Auch nach Meinung von FDP-Fraktionschef Lothar Biege wäre es für die Kreisstadt „in Ordnung, wenn wir den Markt und die Obernstraße als attraktives Handelszentrum erhalten können“. Für die Bereiche Niedern- und Echternstraße sowie andere Randlagen der Altstadt müsse man vor allem aufs Wohnen setzen. „Das hätte auch den Vorteil, dass diese zusätzliche Bevölkerung dann auch die Innenstadt belebt“, führt der Liberale an. Eine solche städtebauliche Entwicklung wäre „eine zukunftsgerichtete Lösung für die Altstadt“. Von der Stadt in Szene gesetzte Lösungen wie die Stadt.Kämmerei können nach Überzeugung von Biege „nur Zwischenphänomene sein“.
Auch Jan-Philipp Beck (SPD), Sprecher der rot-grünen Mehrheitsgruppe, plädiert mit Blick auf die Randlagen für die Aspekte Dienstleistungen und Wohnen. „Es wäre gut, wenn Wohnprojekte wie der Klosterhof so zeitnah wie möglich umgesetzt würden“, unterstreicht der Sozialdemokrat. Zusätzlich könne er sich für die Randlagen auch die Etablierung von kleineren Handwerksbetrieben vorstellen: „Früher war das in der Innenstadt gang und gäbe, warum sollte das in Zukunft nicht möglich sein.“ Grundlegend müsse es aber auch Aufgabe der Wirtschaftsförderung bleiben, „ihr Netzwerk zu nutzen und ihr Ohr an der Wirtschaft zu haben, um Neuansiedlung von Einzelhandel zu ermöglichen“.