„Schwarze haben keine Chance“: US-Richterin bestraft Schüler mit Aufsatz für Graffiti
Manchester. Eine Richterin im US-Staat New Hampshire hat einem Teenager wegen abfälliger Graffitis über Schwarze eine schriftliche Hausarbeit aufgebrummt. Weil der 17-Jährige auf einem Schulklo in Weare „Schwarze haben keine Chance“ an die Wand geschrieben habe, müsse er einen Aufsatz von 3000 Worten zum Thema „Der Einfluss von Rassismus und rassistischen Äußerungen auf die Gesellschaft„ verfassen, hieß es in einer Anordnung von Richterin Amy Messer vom Mittwoch. Darüber hinaus müsse er 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.
Die Staatsanwaltschaft hatte wegen Rassismus 5000 Dollar (etwa 4630 Euro) Geldstrafe gefordert. Die Verteidigung argumentierte, der Schüler habe sein Graffiti für witzig gehalten. An der Wand hätten schon ähnliche Sprüche gestanden und zwei Freunde hätten ihn gedrängt, etwas ähnliches dazu zu setzten. Seine Worte gäben zudem nur einen historisch belegten Fakt wieder.
Richterin überzeugt
Die Richterin ließ sich jedoch nicht davon überzeugen, dass der Angeklagte an der Wand einer Schultoilette über historische Tatsachen reflektieren wollte. Sie verwies darauf, dass 17-Jährige schon begonnen habe, auch noch „KKK“ – die Abkürzung für das Rassistenbündnis Ku Klux Klan – an die Wand zu schreiben.
Auch dass der schwarze Mitschüler, dem das Graffiti gegolten habe, ein Freund des Angeklagten sei, wollte sie nicht recht glauben. Sie verbot dem 17-Jährigen, körperliche Gewalt gegen den Mitschüler und seine Familie oder andere Personen anzuwenden oder anzudrohen. Sollte er ihre Anordnungen nicht befolgen, würden 3500 Dollar Geldstrafe fällig.
RND/AP