Auch Steuererhöhungen hält er für nötig

Für mehr Investitionen: Bremens Regierungschef will Reform der Schuldenbremse

Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte sitzt bei einer Pressekonferenz.

Bremen. Die Schuldenbremse muss aus Sicht von Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte reformiert werden. „Wir brauchen einen Umgang mit der Schuldenbremse, der Investitionen möglich und nicht unmöglich macht – und zwar in dem gebotenen Umfang“, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Es ist verrückt, dass Investitionen für Projekte mit einer Lebensdauer von 30 oder 50 Jahren aus den laufenden Einnahmen über ein, zwei oder drei Jahre aufgebracht werden müssen.“ Die Reform der Schuldenbremse müsse dringend vorangetrieben werden. „Aber ob das so kurzfristig funktioniert, da habe ich meine Fragezeichen.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die Schuldenbremse sieht vor, dass die Haushalte von Bund und Ländern ohne Einnahmen aus Krediten auszugleichen sind. Laut Grundgesetz kann die Schuldenbremse im Fall von Naturkatastrophen oder anderen außergewöhnlichen Notlagen ausgesetzt werden, wenn die staatliche Finanzlage erheblich beeinträchtigt wird. Für das laufende Jahr war die Schuldenbremse kürzlich noch einmal ausgesetzt worden – zum vierten Mal in Folge. Insbesondere die FDP mit Finanzminister Christian Lindner ist bislang sehr zurückhaltend bei dem Thema. SPD und Grüne fordern hingegen eine umfassende Reform.

Bovenschulte für höhere Steuern auf Vermögen und hohe Einkommen

Bovenschulte machte klar, dass für konsumtive Ausgaben wie für Mieten, Büromaterial oder Personal seiner Ansicht nach keine dauerhaften Schulden aufgenommen werden dürften. „Das kann es ausnahmsweise mal in einer außergewöhnlichen Notlage geben, aber das darf auf gar keinen Fall zum Regelfall werden. Da liegt kein Segen drauf.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Stattdessen schlug Bovenschulte vor, Vermögen und hohe Einkommen künftig stärker zu besteuern. „Gerade in schwierigen Zeiten müssen starke Schultern mehr tragen und da ist bei sehr großen Vermögen und sehr hohen Einkommen durchaus noch Luft nach oben“, sagte der 58-Jährige.

RND/dpa

SZ/LZ Inhalte als bevorzugte Quelle markieren — dann erscheinen unsere Artikel häufiger in Ihren Google-Schlagzeilen.Inhalte in den Google-Schlagzeilen bevorzugen?
Bevorzugen

Verwandte Themen