Rechtspopulist will Nachwahl erzwingen

Farage kann gewinnen – und doch verlieren

Millionengeschenk für Nigel Farage

Es soll eine wütende Gegenoffensive werden: Der britische Rechtspopulist Nigel Farage wirft seinen Parlamentssitz hin und stellt sich einer Nachwahl im Wahlkreis Clacton. Das Volk soll entscheiden, nicht eine parlamentarische Untersuchungskommission. Doch der vermeintliche Befreiungsschlag könnte nach hinten losgehen.

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Farage hat fünf Millionen Pfund von einem Krypto-Milliardär angenommen. Legal, sagt der Chef der Rechtsaußen-Partei Reform UK, es sei ein persönliches Geschenk gewesen, bevor er ins Parlament gewählt worden sei.

Mit seinem Rücktritt will Farage dem Land eine Nachwahl aufzwingen, um das Heft des Handelns nicht aus der Hand zu geben. Es ist ein Manöver, wie man es von US-Präsident Donald Trump kennt: Farage macht aus einer Affäre um seine Finanzen einen Kulturkampf. Er folgt dabei dem Grundmuster des modernen Populismus: Wer ihn kritisiert, gehört zum Establishment. Kommt er damit durch, wäre das ein fatales Signal. Das liefe auf eine Amerikanisierung der britischen Politik hinaus: ein Klima, in dem Skandale nicht aufgeklärt, sondern als vermeintliche Verfolgung umgedeutet werden können.

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Die Wahl in seiner Hochburg Clacton wird Farage gewinnen – zumal die etablierten Parteien das politische Theater komplett boykottieren. Ein Triumph ohne Gegner ist jedoch ein wertloser Scheinsieg.

Für Farage noch schlimmer: Er hat sich jahrzehntelang als Mann gegen die korrupte Elite inszeniert. Durch das Millionengeschenk verliert diese Erzählung an Glaubwürdigkeit. Populisten kommen oft lange mit Widersprüchen durch. Aber britische Wähler merken, wenn jemand gegen eigene Prinzipien verstößt. Aktuelle Umfragen zeigen bereits, wie groß der Schaden ist: Eine Mehrheit der Briten glaubt, er sei bei seinen persönlichen Finanzen nicht ehrlich gewesen. Farage kann in Clacton gewinnen – und trotzdem verlieren.

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