Italien-Inspiration

Das Herz der Toskana: Siena ist eine der schönsten Mittelalterstädte Italiens

Blick auf die Altstadt von Siena in der Toskana im Sommer, in der Mitte ist der berühmte Dom zu sehen.

Weite Plätze, enge Gassen, gotische Fassaden und der Duft frischer Pici-Nudeln – wer in Siena ankommt, fühlt sich wie in einer Filmkulisse oder direkt in das mittelalterliche Italien versetzt. Keine andere Stadt in Italien hat sich ein derart geschlossenes mittelalterliches Stadtbild bewahrt.

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Mit knapp 53.000 Einwohnern ist Siena überschaubar, aber voller Leben. Das Stadtzentrum gehört seit 1995 zum Unesco-Weltkulturerbe. Hier wirkt alles wie aus einer anderen Zeit. Enge Gassen, die sich zwischen gotischen Palästen hindurchschlängeln, führen immer wieder zu einem der eindrucksvollsten Plätze Europas: der muschelförmigen Piazza del Campo, dem Herzen der Stadt.

Die Unesco-Stadt Siena gilt als eine der schönsten Städte der Toskana.

Gleichzeitig ist die Stadt nicht nur stolz und traditionsbewusst, sondern auch jung und lebendig – vor allem dank ihrer traditionsreichen Universität und der 17 Contrade, den Stadtvierteln, die wie kleine Mikrokosmen funktionieren.

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Sehenswürdigkeiten in Siena

Piazza del Campo

Die Piazza del Campo ist das Herzstück der Altstadt von Siena. Der halbrunde Platz erinnert an eine Muschel. Ursprünglich ein einfacher Marktplatz, ist die Piazza heute weltberühmt und eines der Wahrzeichen Sienas. Hier ist immer etwas los: Zu jeder Tageszeit versammeln sich Touristen und Einheimische, jung und alt, um in einem der Cafés einen Espresso zu genießen oder im Schatten der historischen rot-braunen Stadthäuser eine Pause zu machen. Zweimal jährlich findet hier auch das berühmte Pferderennen Palio di Siena statt. Ein schönes Fotomotiv auf der Piazza ist der Fonte de Gaia – der Brunnen der Freude, benannt nach der Freude der Einwohner, als in der früher unter Wassermangel leidenden Stadt endlich Wasser floss.

Die Piazza del Campo – Sienas weltberühmter Platz.

Palazzo Pubblico und Torre del Mangia

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Auf der Piazza del Campo zieht insbesondere der terrakottafarbene Palazzo Pubblico mit dem gigantischen Torre del Mangia die Blicke auf sich. Der mittelalterliche Stadtpalast beherbergt das Museo Civico, das Stadtmuseum Sienas. Die historischen Decken und Wände zieren kunstvolle Fresken wie das Fresko „Von guter und schlechter Regierung“. Über einen separaten Eingang geht es zum 102 Meter hohen Torre del Mangia. Bis nach oben sind es zwar rund 400 Stufen, wer sie erklommen hat, wird aber mit einem fantastischen Ausblick über die gesamte Stadt belohnt.

Neben dem Palazzo Pubblico ragt in Siena der Torre del Mangia in die Höhe.

Duomo di Siena

Der Dom von Siena mit seiner Fassade aus weißem, rotem und grünem Marmor ist ein Meisterwerk der Gotik und Romantik. Zwei Jahrhunderte lang wurde an dem Dom gebaut: 1179 eingeweiht, wurde er erst 1313 fertiggestellt. Im Inneren dominieren weißer und schwarzer Marmor, in Anlehnung an das Stadtwappen von Siena. Hier gibt es kunstvolle Skulpturen und Glasfenster zu bewundern und in der Piccolomini-Bibliothek die farbenprächtigen Fresken des Malers Pinturicchio.

Ein Highlight ist auch der Marmorboden, der nur an wenigen Wochen im Jahr vollständig enthüllt wird. An dem einzigartigen Kunstwerk aus Marmortafeln haben über die Jahrhunderte zahlreiche bedeutende Künstler gearbeitet. Normalerweise ist der Boden größtenteils abgedeckt, um ihn vor Abnutzung durch die Füße der vielen Besucher zu schützen. Aber von etwa Mitte August bis Mitte Oktober ist der Marmorboden in seiner Gesamtheit zu sehen.

Der Dom von Siena ist eine der bedeutendsten romanisch-gotischen Kirchen Italiens.
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Dommuseum (Museo dell’Opera)

Das Museo dell’Opera della Metropolitana, auch einfach als Dommuseum bekannt, steht direkt neben der Kathedrale im Duomo Nuovo. Hier sind zahlreiche Originalwerke aus der Kathedrale ausgestellt – unter anderem die Maestà des Duccio di Buoninsegna, eine prachtvolle Altartafel aus dem frühen 14. Jahrhundert in Italien. Auch das berühmte Tondo von Donatello mit der Madonna mit dem Kind ist hier zu sehen.

Im Museo dell’Opera sind unter anderem originale Skulpturen der Domfassade des Bildhauers Giovanni Pisano ausgestellt.

Facciatone

Wenn du die Stadt aus der Vogelperspektive erleben willst, solltest du den Facciatone besteigen, die unvollendete Fassade des nie fertiggestellten sogenannten „neuen Doms“. Der Aufstieg über die engen Treppen lohnt sich: Von oben hast du einen spektakulären Rundblick über die roten Dächer Sienas und bei gutem Wetter bis in die Hügel der Toskana. Tipp: Wenn du an einem sonnigen Nachmittag kommst, sorgt das goldene Licht auf den Dächern für einen besonders schönen Anblick.

Vom Aussichtspunkt Facciatone blicken Besucher über die gesamte Stadt.
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Basilica di San Domenico & Casa di Santa Caterina

Etwas abseits der Altstadt thront auf einem Hügel die gotische Basilika San Domenico. Auch hier gibt es unzählige Kunstwerke zu bewundern. Die Kirche ist außerdem eng mit der Stadtpatronin verbunden: 1330 wurde hier die Heilige Katharina von Siena bestattet. Ganz in der Nähe befindet sich auch das Haus, in dem die Schutzpatronin Sienas aufgewachsen ist. Die Casa di Santa Caterina umfasst mehrere Kapellen, Räume und einen Innenhof und gehört heute zu den wichtigsten Pilgerstätten Italiens.

Die Basilica di San Domenico thront auf einem Hügel über Siena.

Santa Maria della Scala

Ursprünglich ein Krankenhaus und Zufluchtsort für Pilger, ist das Santa Maria della Scala heute eines der bekanntesten Museen Sienas, das sich der kulturellen und künstlerischen Entwicklung der Stadt widmet. Der große Museumkomplex erstreckt sich über drei Etagen und bietet Einblicke in die Zeit der Etrusker und Römer über das Mittelalter bis zur Renaissance. Auch hier finden sich neben archäologischen Funden, Skulpturen und Gemälden zahlreiche bekannte Fresken wie „Die Geburt der Jungfrau von Lorenzetti“ und „Die Verlobung der Jungfrau von Martini“.

Die reich verzierte Decke in der Pilgrims Hall im Museum Santa Maria della Scala.
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Palio di Siena – Pferderennen mit Tradition

Zweimal im Jahr verwandelt sich Siena in eine riesige Bühne für eines der traditionsreichsten Pferderennen Europas: das Palio di Siena. Am 2. Juli und am 16. August liefern sich zehn der 17 Stadtviertel – die sogenannten Contrade – auf der Piazza del Campo ein atemberaubendes Wettrennen. Die Vorbereitungen beginnen schon Wochen vorher: Es wird gefeiert, gebetet, geprobt – jedes Viertel brennt für „seinen“ Reiter und das Pferd, das durch Los bestimmt wird.

Am Tag der Rennen versammeln sich Tausende Zuschauer auf dem Campo, um zuzusehen, wie die Reiter auf ihren Pferden – traditionell ohne Sattel – um den Sieg kämpfen. Stürze sind dabei keine Seltenheit und es gewinnt das Pferd, das als erstes die Runden beendet, mit oder ohne Reiter. Der Palio, also der Preis, besteht aus dem „Drappellone“, einem großen bemalten Seidentuch, das jedes Jahr von einem anderen Künstler entworfen wird. Das Rennen ist ein bedeutendes Kulturerbe Sienas und eine große Attraktion, Hotels sind an den beiden Tagen oft ausgebucht. Es ist aber auch umstritten, unter anderem, weil dabei schon mehrfach Pferde verletzt wurden oder starben.

Der Palio von Siena ist das berühmteste historische Pferderennen in Italien.

Die Contrade – Sienas 17 Stadtviertel

Die Contrade von Siena, die beim Palio um den Sieg kämpfen, sind ein wesentlicher Bestandteil der Identität der Stadt. Jedes Viertel hat seine eigene Kirche, sein eigenes Gemeindehaus und sein eigenes Wappen – vom Adler über den Panther bis hin zum Einhorn. Traditionell sind einige der Contrade verfeindet.

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In der Stadt erkennst du die einzelnen Contraden unter anderem an Flaggen und kunstvoll verzierten Straßenlampen, die an zahlreichen Häusern hängen. Abseits des Palio gibt es auch kleinere Contrade-Feste, die das ganze Jahr über stattfinden und eine tolle Gelegenheit sind, die Kultur der Sieneser zu erleben.

Flaggen in den Gassen Sienas lassen keine Zweifel daran, in welchem Stadtviertel man sich befindet.

Siena erkunden: Am besten zu Fuß

Siena ist eine Stadt, die du am besten zu Fuß erkundest. Denn erst beim Schlendern durch die großzügigen Alleen und kleinen Gassen entfaltet sie ihren ganzen Zauber – mit plötzlichen Blicken auf versteckte Innenhöfe, kleine Plätze und in die sanfte Hügellandschaft der Toskana.

Ein besonders schöner Spaziergang beginnt an der Piazza del Campo und führt hinauf zur Via di Città, die als eine der elegantesten Straßen der Stadt gilt. Von dort lohnt sich ein Abstecher zur Via del Capitano, die direkt zum imposanten Duomo führt – ein Weg voller kleiner Geschäfte, antiker Werkstätten und Fotomotive an jeder Ecke. Wer gerne shoppt, wird auch in der Via Banchi di Sopra und der Via Banchi di Sotto fündig.

Auf der Via Banchi di Sopra sind zahlreiche Geschäfte zu finden.
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Etwas abseits liegt der Orto dei Tolomei, ein kleiner öffentlicher Garten mit Ausblick auf die umliegenden Hügel – ideal für eine kurze Pause. Wer die Ruhe sucht, spaziert zum Fortezza Medicea. Die sternförmige Festung ist heute ein öffentlicher Park mit schattigen Wegen, in dem sich Einheimische und Touristinnen und Touristen zum Spazieren oder Joggen treffen. Von den Mauern der Festungsanlage genießt du einen fabelhaften Blick auf die Altstadt Sienas. In der Festung befindet sich außerdem die Vinothek Enoteca Italiana, in der du Weine aus der Region verkosten kannst.

Die Festung Fortezza di Medicea ist ein schönes Ausflugsziel für alle, die in Siena etwas Ruhe suchen.

Besonders schön ist es, abends in Siena unterwegs zu sein, wenn die Tagestouristen bereits die Stadt verlassen haben. Ohne den Trubel kannst du ganz in Ruhe die schönen Ecken der Stadt erkunden, die mittelalterliche Atmosphäre genießen und dich einfach treiben lassen. Oder du setzt dich auf den Campo, ein Glas Vino Nobile in der Hand, mit Blick auf den Torre del Mangia – für das echte Siena-Feeling.

Kulinarisches Siena – von Pici bis Panforte

Wie die gesamte toskanische Küche ist auch die sienesische sehr traditionell: mit wenigen, aber sehr vielseitigen Zutaten und alten Spezialitäten. Ein Muss für alle Naschkatzen: Panforte. Der würzige Früchtekuchen mit Nüssen, Honig und kandierten Früchten wurde schon im Mittelalter gebacken – und ist bis heute ein echtes Sieneser Original. Fast ebenso bekannt ist Ricciarelli, toskanische Mandelkekse mit Puderzuckerhaube. Beide Spezialitäten bekommst du in traditionellen Pasticcerien – sie eignen sich auch wunderbar als Mitbringsel.

Panforte ist eine der süßen Spezialitäten Sienas.
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Zu den herzhaften Klassikern zählen Pici all’aglione, dicke, handgerollte Pasta mit einer intensiven Knoblauch-Tomaten-Sauce. Auch Wildgerichte wie Cinghiale (Wildschwein) mit Polenta oder Tagliata di Manzo (Rindersteak auf Rucola mit Parmesan) sind typisch für die Region.

Wer authentisch essen möchte, meidet die Lokale direkt am Campo und wandert stattdessen in die schmalen Gassen. Zahlreiche kleine Osterien und Enotheken bieten hervorragende Küche in rustikalem Ambiente, manchmal mit nur wenigen Tischen und einer handgeschriebenen Speisekarte. Unter anderem auf der Via Pantaneto findest du viele gemütliche Bars und Trattorien, die eine Vielzahl toskanischer Gerichte servieren.

Tipp: Wenn du abends unterwegs bist, kannst du die Aperitivo-Stunde nutzen: Zu einem Wein bekommst du ein leichtes Abendessen aus Tapas, Wurst und Fleisch, Salaten und manchmal auch Nudeln.

Reisezeit und Anreise: Tipps für deinen Aufenthalt in Siena

Siena ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert – je nachdem, worauf du deinen Fokus legst. Möchtest du den Palio miterleben, solltest du dir den 2. Juli oder 16. August vormerken. Wenn du es lieber etwas ruhiger magst, empfiehlt sich ein Besuch im Frühling oder Herbst. Dann sind die Temperaturen angenehm, die Touristenzahlen überschaubar und das Licht besonders magisch.

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Für deinen Aufenthalt solltest du mindestens zwei Nächte einplanen, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten entspannt zu erkunden und auch einfach mal durch die engen Gassen zu schlendern. Viele Reisende nutzen Siena als Tagesausflug ab Florenz, dabei lohnt es sich, tiefer in die Stadt einzutauchen.

Die Abendsonne taucht Siena in ein goldenes Licht – im Frühjahr und Herbst leuchtet es besonders schön.

Siena hat keinen eigenen Flughafen, ist aber gut mit dem Zug oder Bus erreichbar – zum Beispiel ab Florenz (etwa 1,5 Stunden) oder Rom (ca. 3 Stunden). Die historische Altstadt ist nahezu autofrei. Parkmöglichkeiten gibt es rund um das Zentrum, von dort aus kommst du bequem zu Fuß in die Altstadt.

Noch mehr Toskana entdecken – Ausflüge rund um Siena

Wenn du etwas mehr Zeit mitbringst, kannst du deine Reise nach Siena mit weiteren Ausflugszielen kombinieren. Es lohnt sich zum Beispiel ein Abstecher nach San Gimignano. Die hügelige Stadt mit ihrer Skyline aus mittelalterlichen Türmen wird auch als „mittelalterliches Manhattan“ bezeichnet. Ganz in der Nähe liegt Monteriggioni, ein mittelalterliches Dörfchen, das vollständig von einer Stadtmauer umgeben ist und inmitten von Weinbergen liegt.

Die Türme der Stadt San Gimignano sind schon von Weitem zu sehen.
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Für Weinliebhaber empfiehlt sich auch ein Abstecher nach Montalcino und Montepulciano, die weltbekannt für ihre edlen Tropfen sind. Und wenn du einfach die toskanische Landschaft genießen möchtest, findest du auf der Strada del Vino Nobila oder der Route durch die Crete Senesi Panoramablicke, Zypressenalleen und goldgelbe Felder.

Ob du für ein Wochenende nach Siena kommst oder eine längere Reise durch die Toskana unternimmst: Siena ist ein idealer Ausgangspunkt, um die Geschichte und die Schönheit der Toskana zu erleben.

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