Debatte um Havertz und Füllkrug

Doppelspitze gegen Dänemark? Wie Nagelsmann das EM-Achtelfinale angeht

Welche Pläne hat der Bundestrainer im EM-Achtelfinale? Julian Nagelsmann bereitet das DFB-Team auf Dänemark vor.

Die Chance ist groß: Nach acht Jahren kann die DFB-Elf mal wieder das Viertelfinale bei einem großen Turnier erreichen. 2016 bei der Europameisterschaft ging es sogar ins Halbfinale. 2021 scheiterte man aber im Achtelfinale (an England), davor und danach gab es bei den Weltmeisterschaften 2018 und 2022 jeweils das bittere Vorrundenaus. Bei der Heim-EM geht es an diesem Samstag (21 Uhr, ZDF und Magenta TV) nun gegen Dänemark darum, die Negativserie zu beenden.

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Mittelfeldmotor Robert Andrich schaut aber nicht in die Vergangenheit. „Es ist kein Thema bei uns, irgendwelchen Bann zu brechen“, sagte der Doublesieger von Bayer Leverkusen. „Wir sind sehr froh, dass wir den Gruppensieg schaffen konnten. Jetzt sind wir im Achtelfinale, der Weg soll noch nicht vorbei sein, wir haben schon noch das ein oder andere vor.“ Das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann geht fraglos als Favorit ins Spiel gegen die Dänen. Die Gruppenphase für die DFB-Auswahl endete nach Siegen gegen Schottland (5:1) und Ungarn (2:0) mit dem emotional bejubelten Last-Minute-Remis im Duell mit der Schweiz (1:1).

Vor dem Start der K.o.-Runde äußerte sich Bundestrainer Nagelsmann teils zurückhaltend, teils klar zu den wichtigsten Themen. Eine Übersicht seiner Aussagen von der Pressekonferenz:

Wer bildet das Verteidiger-Duo?

Jonathan Tah muss wegen seiner zweiten Gelben Karte des Turniers, die er gegen die Schweiz sah, gesperrt aussetzen. Für ihn rückt aller Voraussicht nach BVB-Profi Nico Schlotterbeck in die Startelf. Er hat bislang erst ein EM-Spiel in seiner Vita (allerdings keins von Beginn an), bei der WM in Katar vor anderthalb Jahren agierte er unglücklich. Umso wichtiger für Schlotterbecks gutes Gefühl ist da, dass Antonio Rüdiger einsatzfähig sein dürfte. Er erlitt gegen die Eidgenossen eine Muskelzerrung im Oberschenkel.

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Bei der Abschlusseinheit am Freitag konnte der 31-Jährige von Real Madrid dabei sein. „Die medizinische Abteilung hat alles getan, seine Trainingseinheit war gut“, sagte Nagelsmann und fügte an: „Im Moment sieht es so aus, als würde er wieder fit sein. Wir sind froh, ihn wieder zu haben. Sofern nichts Besonderes mehr passiert, kann er spielen.“

Läuft eine Doppelspitze auf?

Die größte offene Personalfrage abgesehen von Rüdigers Fitnesszustand ist die Besetzung der Sturmzentrale. Kai Havertz gab zwar gegen Schottland eine Vorlage und verwandelte einen Elfmeter – unumstritten ist der Nationalspieler, der als falsche Neun agiert, in der Öffentlichkeit allerdings nicht. Vor allem, weil Joker Niclas Füllkrug mit zwei Treffern – gegen die Schotten und seinem wuchtigen Kopfball ins Glück zum späten Ausgleich gegen die Eidgenossen – auf sich aufmerksam gemacht hat. „Ich habe die Diskussion gar nicht verfolgt“, meinte Nagelsmann.

Diskutiert wurde etwa die Möglichkeit, Havertz eine Position weiter hinten spielen zu lassen. So wäre in der Spitze dann Platz für Dortmunds Goalgetter Füllkrug. Dafür müsste neben Kapitän Ilkay Gündogan einer der „Zauberer“ – Jamal Musiala oder Florian Wirtz – allerdings weichen. Dafür gibt es keinen Anlass. Nagelsmann mauerte: „Wir entscheiden, aber geben da keine Infos raus.“

Muss einiges an Kritik einstecken: Kai Havertz (Mitte).
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Das sagt Nagelsmann zu Gegner Dänemark

„Es ist eine gut organisierte Mannschaft, die variieren kann zwischen ganz hohem Pressing und einer guten physischen Stärke mit tiefem Verteidigen. Sie haben mit Ball viele Ein-Kontakt-Verlängerungen ins letzte Drittel, wo man aufpassen muss. Sie haben auch aus der zweiten Reihe schon ein Tor gemacht. Sie haben viel Körperlichkeit, viele erfahrene Spieler im Kader, eine relativ klare Struktur – sprich: sehr eingespielt über die Quali und über die Vorrunde. Es wird ein tougher Gegner.“

Die gelbe Gefahr besteht weiter

Neben Tah waren beim Spiel gegen die Schweiz auch Andrich, Rüdiger und Maximilian Mittelstädt mit einer Gelben Karte vorbelastet. Das Trio kam im Gruppenfinale unbeschadet davon. Die Gefahr einer Sperre besteht aber weiter – sogar noch zwei Spiele lang, denn erst nach (!) dem Viertelfinale wird die Gelbstatistik auf null gesetzt. Ein Vorteil könnte sein, dass der angesetzte Schiedsrichter Michael Oliver in seinen beiden Gruppeneinsätzen erst zwei Verwarnungen zeigte.