Stühlerücken beim DSV

Skispringen, Biathlon und Co.: Was sich nach der Olympia-Enttäuschung ändern soll

Hört am Saisonende als Skisprung-Bundestrainer der Männer auf: Stefan Horngacher.

Antholz. Skisprung-Bundestrainer Stefan Horngacher hat immerhin einen goldenen Abschied bekommen. Sein Schützling Philipp Raimund flog zum Olympiasieg, dem einzigen für die Sparte Nordisch/Biathlon im Deutschen Skiverband (DSV) bei den Winterspielen in Italien. Die Gesamtbilanz ist mit drei Podestplätzen enttäuschend – 2022 in Peking hatten Skispringer, Nordische Kombinierer, Skilangläufer und Biathleten noch neun Olympia-Medaillen gewonnen. Davon drei in Gold.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Horngacher-Nachfolger im Skispringen: Stöckl Favorit

„Wir müssen das Olympia-Ergebnis umfassend analysieren und die richtigen Schlüsse daraus ziehen“, sagt Horst Hüttel, Sportchef der Skispringer und Kombinierer. Er ist in der Endphase in der Suche nach dem Nachfolger für Flieger-Chefcoach Horngacher, der seinen Posten zum Saisonende nach sieben Jahren räumen wird. Als Favorit werden momentan zwei Österreicher gehandelt: Alexander Stöckl und Thomas Thurnbichler. Stöckl hat viele Jahre sehr erfolgreich die norwegischen Skispringer trainiert, schied dort aber genauso im Streit wie zuletzt von seinem Posten als Sportdirektor bei Polens Fliegern.

Alles zu den Olympischen Spielen

Alle Nachrichten, Ergebnisse und Hintergründe zu den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Stöckl gilt als ausgewiesener Experte – nicht nur mit einem guten Draht zu Entscheider Hüttel. Legendär ist seine Gesangseinlage im Deutschen Haus nach dem Olympiasieg seines norwegischen Teams 2018 in Pyeongchang. Die silbernen deutschen Flieger mit den heute immer noch aktiven Andreas Wellinger und Karl Geiger hatten Stöckl und Co einfach mitgeschleppt. Hüttel lobt aber auch den zweiten Kandidaten Thurnbichler. Er ist derzeit für den (wenig erfolgreichen) Nachwuchs im DSV zuständig, nachdem er zuvor nach anfänglichen Erfolgen als polnischer Cheftrainer gefeuert worden war. Eine Entscheidung soll im März fallen.

Trotz Absturz: Kuttin und Frenzel sollen bleiben

Fest steht, dass Damen-Bundestrainer Heinz Kuttin seinen Posten behalten soll. Obwohl es erstmals seit der Olympia-Premiere der fliegenden Frauen 2014 keine deutsche Medaille gab. „Die WM 2025 war mit zwei Einzelmedaillen sehr erfolgreich, Heinz hat einen unbefristeten Vertrag, wir wollen das so weiterlaufen lassen“, sagt Hüttel.

Das gleiche gilt auch für die Nordische Kombination mit Bundestrainer Eric Frenzel nachdem es erstmals seit 28 Jahren keinen deutschen Olympia-Podestplatz gegeben hatte. „Die Spiele sind maximal unglücklich gelaufen. Wir wollen das Team zusammenhalten, alles andere wäre Harakiri“, so Hüttel. Das könnte sich freilich alles ändern, wenn das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Nordische Kombination im Mai aus dem Olympia-Programm streicht und damit viele Fördergelder gestrichen werden.

Verlässt das deutsche Biathlon-Team: Sportdirektor Felix Bitterling.

Das steht in der TV-Sportart Biathlon nicht zu befürchten, in der Deutschland spätestens mit diesen Winterspielen in die Krise gerutscht ist. Keine Goldmedaille, nur Bronze im Mixed – so schlecht waren die deutschen Skijäger zuletzt bei Olympia vor 50 Jahren in Innsbruck.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Nur für das Medaillengewinnen habe ich keine Lust, meine Lebenszeit zu opfern.

Peter Schickenrieder, wird ab kommendem Jahr nur noch als Berater agieren

Es ist bereits seit Längerem bekannt, dass Felix Bitterling seinen Posten als Sportdirektor räumen und nach dem Saisonende zur Internationalen Biathlon-Union (IBU) wechseln wird. Die Nachfolge-Suche ist in der Endphase, aber was passiert mit den Bundestrainern Kristian Mehringer (Frauen) und Tobias Reiter (Männer)?

So geht’s im Biathlon weiter

„Es ist jetzt kein Riesengeheimnis, dass die beiden Cheftrainer nach Überzeugung der Sportführung wirklich gute Arbeit leisten. Meine Empfehlung wäre, dass man mit beiden diesen Weg weitergehen sollte“, sagt Bitterling.

Im deutschen Skilanglauf – einmal Bronze in Italien statt Gold und Silber 2022 – soll es dagegen 2027 eine personelle Veränderung geben. Peter Schlickenrieder will dann nach neun Jahren seinen Posten räumen und nur noch als Berater im Hintergrund agieren. „Wir haben uns so vereinbart, dass wir nach Olympia bis zur WM in Falun den Übergang organisieren. Bis dahin sollte man einfach die neue Mannschaft stehen und das Zepter übernehmen“, so Schlickenrieder und fügt hinzu: „Nur für das Medaillengewinnen habe ich keine Lust, meine Lebenszeit zu opfern. Ich will eine Kultur etablieren, wo der Mensch im Zentrum steht.“

SZ/LZ Inhalte als bevorzugte Quelle markieren — dann erscheinen unsere Artikel häufiger in Ihren Google-Schlagzeilen.Inhalte in den Google-Schlagzeilen bevorzugen?
Bevorzugen