Bald auch in Schaumburg? Walking Football setzt auf Bewegung, Spaß und Geselligkeit
Knochen oder Knie kaputt und dennoch Lust auf frische Luft und Bewegung mit Ball? Passt irgendwie nicht zusammen – oder eben doch. Die Trendsportart heißt Walking Football und ist eben für Spieler oder Spielerinnen konzipiert, die die Fußballschuhe aus gesundheitlichen oder anderen Gründen bereits an den Nagel gehängt haben oder denen es auf dem Platz sonst zu hektisch zugeht.
Walking Football
Präambel
Walking Football ist eine Fußball-Variante, die vor allem unter dem Motto „Gesunder Fußball“, „Fußball ein Leben lang“, Diversität und Integration gespielt werden soll. Ziel des Walking Football ist es, den Reiz des Fußballspielens und des Mannschaftssports allen zu ermöglichen, für die die Ausübung des klassischen Fußballs ein zu hohes Verletzungsrisiko birgt oder zu dynamisch ist. Im Sinn eines Gesundheitssports, sollte auf das Aufwärmen und die Gymnastik zu Beginn des Trainings oder vor einem Spiel besonders Wert gelegt werden. Es empfiehlt sich hierfür eine Übungsleitung zu gewinnen und entsprechend zu qualifizieren, die ein auf die Trainingsgruppe abgestimmtes Aufwärmtraining anleitet. Bei längerer Inaktivität wird eine ärztliche Abklärung der Teilnahme am Walking Football empfohlen. Alle aktiven Teilnehmer sollten Mitglied im Verein sein. Quelle: NFV
Auch im Fußballkreis Schaumburg bewegt sich was, der zweite Vorsitzende Rolf Schmidt versucht, als neuer Beauftragter für Walking Football, den Ball sprichwörtlich in Bewegung zu bekommen. Es gibt im Fußballkreis inzwischen ausgebildete Schiedsrichter wie Thomas Wartmann von der TuSG Wiedensahl, aber keine Mannschaften. „Wir wollen es langsam aufbauen“, sagt Schmidt. Vielleicht bereits zur neuen Saison? „So weit bin ich noch nicht.“
Wartmann gehörte mit Alex Fröhlich und Dorian Hundertmark zu den ersten Walking-Football-Unparteiischen in Niedersachsen und ist sich sicher: „Das wird sich in den nächsten Jahren durchsetzen.“
Der leidenschaftliche Fußballer hat bereits eigene Erfahrungen gesammelt, ein internationales Turnier geleitet, aber auch selbst gespielt. „Ich habe es erst belächelt, kann aber sagen: Es macht einen Heidenspaß.“ Der Trendsport kommen vor allem bei denen an, „die sich nicht mehr so gut bewegen können.“
Fußball ohne Zweikämpfe
Es geht zuvorderst um Spaß, beim Walking Football wird nicht gerannt, ein Fuß soll auf dem Boden bleiben und körperbetonte Zweikämpfe sind nicht Teil des Spiels. Mit anderen Worten: Grätschen sind untersagt, Kopfbälle auch. Der Ball wird flach gehalten, mehr als ein Meter Spielhöhe ist nicht erlaubt. Ansonsten wird weitgehend das normale Regelwerk angewendet.
Gesundheitliche Aspekte und soziale Kontakte spielen dabei eine große Rolle, immer weniger Mannschaften im Spielbetrieb aber auch. Dem Fußball brechen zu viele Spieler weg, in der Jugend, aber auch im Seniorenbereich. Das neue Angebot soll sich vor allem an Fußballbegeisterte aller Geschlechter jenseits der 50 Jahre richten, die entweder reaktivieren oder neu hinzugewinnen.
Gespielt wird in gemischten Teams auf Kleinspielfeldern (21 x 42 Meter) mit kleinen Toren (1 x 3 Meter) – ohne Torwart und Catenaccio. „Wir können zum Start aber auch auf Mini-Tore spielen“, schlägt Schmidt vor. Die haben zahlreiche Vereine bereits angeschafft, um die neuen Spielformen im Jugendfußball umzusetzen.
Andere Regionen sind bereits weiter
In anderen Regionen wie beispielsweise in Frankfurt oder auch im Hamburger Raum ist man bereits weiter, dort gibt es schon einen Spielbetrieb. Aber auch der Niedersächsische Fußballverband schiebt Walking Football, erfunden 2011 in England, weiter an. Man könne als Fußballer seine Kernsportart im Team wieder aufleben lassen, werben Verbände und Veranstalter. Es gehe um Geselligkeit, der organisatorische Aufwand sei überschaubar.
Demo-Veranstaltung in Rinteln
In Schaumburg soll es im Rahmen der Viertelfinalspiele des Rintelner Sparkassen-Fußball-Cups am 26. Juli eine erste Demo-Veranstaltung geben. Rolf Schmidt hofft dabei auf reges Interesse. „Bei mir kann sich jeder Spieler über 50 aus dem Fußballkreis melden.“ Die mobile Telefonnummer lautet (0179) 944 47 18.