„Jeder Punktgewinn ist ein Bonus“: VfL Bückeburg reist ohne Erwartungsdruck zum STK Eilvese
Landkreis. Von Tobias Versick werden beim VfL Bückeburg Wunder erwartet. Immer wenn es kritisch wird und wenn ein Tor vonnöten ist, dann wird der 37-Jährige eingewechselt, so wie am letzten Sonntag. Dabei war Versick scheinbar schon in Fußballrente, musste dreimal am Knie operiert werden und lange pausieren, kam aber immer wieder zurück.
„Der Fußball macht mir Spaß, aber es ist wohl auch ein Stück Gewohnheit“, sagt der Angreifer des VfL Bückeburg. Versick wohnt in Liekwegen, verkauft in Stadthagen hochwertige Autos, verbrachte große Teile seiner Fußballkarriere aber im Mindener Raum. Er begann als Herrenspieler beim SC RW Maaslingen und war später bei Union Minden im Sturmzentrum der Torjäger vom Dienst, ehe er nach Bückeburg kam.
Die Frage ist, wie lange das Knie noch mitmacht und er noch spielen wird? „Ich entscheide es spontan“, kündigt Versick an.
Landesliga: STK Eilvese – VfL Bückeburg (Sa., 14 Uhr): Allein durch die Tabellenkonstellation dürften die Gastgeber aus dem Neustädter Ortsteil eine nur schwer lösbare Aufgabe für den VfL darstellen. „Eilvese ist ein starker Gegner mit vielen herausragenden Einzelspielern“, weiß Interimscoach Steffen Führing, der den STK sowohl im Hinspiel als auch ein, zweimal an andere Stelle gesehen hat.
„Wir wollen ihrem hohen Tempo und der großen technischen Qualität mit mannschaftlicher Geschlossenheit begegnen“, so Führing. Vielleicht, wenn sich die Eilveser zu sehr auf ihre individuellen Vorteile verlassen und die Bückeburger mit gut organisierter Defensivarbeit dagegenhalten, könnten sie sich die Zähne ausbeißen. „Es erwartet aber niemand, dass wir da was holen. Jeder Punktgewinn dort ist ein Bonus“, hebt Führing hervor, der seiner Elf aber durchaus was Zählbares zutraut.
„Müssen ihnen die Lust am Fußball nehmen“
VfR Evesen – TSV Mühlenfeld (So., 14 Uhr): Der Blick auf die Tabelle löst bei den Evesern keine spontanen Freudensprünge aus. Als Vorletzter ist der VfR weiterhin stark vom Abstieg bedroht, hat aber immerhin noch fast die ganze Rückrunde, um dieses Bild zu korrigieren. Damit will Trainer Mirko Möller noch vor der ersehnten Winterpause anfangen. „Wir wollen aus den verbleibenden zwei Spielen sechs Punkte holen“, macht der Coach eine Ansage.
Dass der Aufsteiger TSV Mühlenfeld ein unbequemer Gegner sein kann, bewiesen die Neustädter im Hinspiel. „Da haben wir die erste Halbzeit komplett verpennt, am Sonntag wollen wir von der ersten Sekunde an voll da sein“, so Möller.
Die Vorbereitung auf das Spiel lief bis Donnerstagmittag eher dürftig ab: Am Dienstag musste das Training ausfallen, weil nur acht Spieler da gewesen wären. „Wer auch immer da ist, wird es richten müssen. Aber ich bin überzeugt, dass wir das hinbekommen. Wir müssen ihre Offensivspieler in den Griff bekommen, ihnen richtig die Lust am Fußball nehmen auf einem aller Wahrscheinlichkeit nach tiefen Platz“, so Möller.
Bezirksliga: MTV Rehren A/R – BW Salzhemmendorf (So., 14 Uhr): Der MTV Rehren A/R hat ein wichtiges Spiel vor der Brust. Die Blau-Weißen aus Salzhemmendorf sind tabellarisch nicht weit entfernt, haben nur fünf Punkte Rückstand auf die Rehrener. „Wir wollen und müssen das erste Spiel der Rückrunde gewinnen. Gerade zuhause, weil es auswärts noch immer nicht so läuft bei uns“, sagt MTV-Coach Mike Schönherr.
Der MTV will sich kurz vor der Winterpause noch einmal ein gutes Gefühl holen, bevor es ins letzte Auswärtsspiel des Jahres zum Mitaufsteiger FC Springe geht. Gegen den SV zu punkten, dürfte allerdings nicht allzu einfach werden, Schönherr erwartet einen tief stehenden Gegner. „Im Hinspiel (1:2-Niederlage, Anm.) haben sie mit einer Fünfer-Kette verteidigt“, erinnert sich der Trainer.
Dagegen will er mit Tempo agieren, zudem müsse die Passgenauigkeit stimmen. „Und dann müssen wir unsere Eins-gegen-eins Spieler, wie Julian Lattwesen und Mattis Koch, in Szene setzen“, fordert Schönherr. Der MTV will die Initiative ergreifen und dann am besten in Führung gehen. „Dann wird es einfacher, weil auch der Gegner etwas tun muss“, weiß Schönherr.
FC Preußen Hameln – SC Rinteln (So., 15 Uhr): Bei von außen betrachtet ungünstigen Bedingungen muss der SCR beim FC Preußen Hameln antreten. Das Kellerduell der Bezirksliga wurde auf Kunstrasen verlegt. „Das sind wir in Schaumburg ja nun nicht gewohnt“, sagt SC-Trainer Rolf Bartram über das erste Handicap dieses Spiel.
SC Rinteln plagen Personalsorgen
Nichtsdestotrotz: „Wir müssen gewinnen, wenn wir da unten heraus wollen“, weiß der Coach. Leicht wird das nicht, weil Bartram allerlei Personal fehlt: „Wir haben zwei Langzeitverletzte, Torben Maibaum musste vor dem letzten Spiel kurzfristig passen, wir hoffen, dass er rechtzeitig wieder fit ist. Aber auch Justian Kober und Luca Lohmeier mussten verletzt raus und zwei, drei sind krank“, beschreibt Bartram die Lage. Die Lücken sollen mit der Reserve gestopft werden.
Der SC will es besser machen als im Hinspiel auf dem Steinanger. „Da haben wir uns darin übertroffen, gute Chancen auszulassen. Das war unser erstes Spiel, da mussten wir uns noch finden“, so Bartram, der jetzt aber eine zusammengewachsene Einheit vor sich sieht, die am besten dreifach punkten soll.
1. FC Germania Egestorf-Langreder II – TuS SW Enzen (So., 15 Uhr): Die Enzer reisen zum Rückrundenauftakt zur Egestorfer Reserve, die in der Tabelle etwas überraschend hinter dem SWE rangiert. „Ich schätze sie stärker ein, als die Tabelle aussagt“, so Enzens Co-Trainer Fabian Schwalm, „das wird sicherlich kein einfaches Spiel.“
Die Gäste haben am vergangenen Spieltag nach zuvor drei Pleiten in Serie den Hebel umgelegt und ein sehr gutes Spiel gemacht. „Wir können auf den gleichen Kader zurückgreifen wie in Hameln, von daher bin ich zuversichtlich und ich denke, Steffen (Potthast, Anm.) ist das auch“, versprüht Schwalm Zuversicht vor der Begegnung.
Warum auch nicht? Die Offensive konnte sich mit sechs Toren auszeichnen und auch das Hinspiel zum Saisonbeginn konnten die Enzer mit 3:1 für sich entscheiden. Damals wähnte Schwalms Trainerkollege Potthast den 1. FC Germania noch im Kreise der Anwärter auf die Meisterschaft und nicht im Kampf um den Klassenerhalt.