Teamcheck 2025/26

Mit Respekt und Disziplin: SC Deckbergen-Schaumburg geht die Herausforderung Landesliga an

Der Aufsteiger SC Deckbergen-Schaumburg will sich im Mittelfeld der Landesliga festbeißen.

Deckbergen. Wirft man einen Blick auf die vergangene Saison des SC Deckbergen-Schaumburg in der Bezirksliga Staffel 2 zurück, so wird ziemlich schnell klar, dass kein Weg an den Schaumburger Fußballerinnen vorbeiführte. Aus 22 Spielen holte der SC beinahe sagenhafte 20 Siege, hatte 57 Punkte auf dem Konto und damit relativ ungefährdete sieben Zähler Vorsprung auf den Zweiten TSG Ahlten.

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Wer nachgerechnet hat, dem müsste klar sein, dass es eigentlich 60 Punkte hätten sein müssen. Da der SC aber im Spätherbst einen Unbespielbarkeitsbescheinigung des Sportplatzes am Karl-Büthe-Platz zu spät eingereicht hatte, wurden sowohl die Männer in der Kreisliga als auch die Frauen mit drei Punkten Abzug bedacht. Dieser hatte bei beiden Teams glücklicherweise keine Auswirkungen auf das Saisonresultat.

„Überdurchschnittlich gut“

„Das, was wir an Punkten geholt haben, war wirklich überdurchschnittlich gut“, sagte auch Trainerin Yvonne Tünnermann, die erst letzten Sommer von ihrem Vorgänger Dirk Bredemeier das Ruder in Deckbergen übernommen hatte. Dass dieses Ergebnis, und dass man den Platz letztlich nur zweimal als Verlierer verließ, zustande gekommen sei, lag viel am Auftreten der Mannschaft, aber auch an ihrer Athletik und dem Vertrauen, welches das Team der erfahrenen Spielertrainerin entgegenbrachte. Aber auch das Vertrauen der Trainerin in ihre Spielerinnen sei vorhanden gewesen, was mindestens ebenso wichtig war. „Der Erfolg kam letztlich nicht von ungefähr“, so Tünnermann.

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Der Coach weiß aber auch, wie viel harte Arbeit hinter diesem Aufstieg steckt. „Wir haben viel an den Basics gearbeitet, viel für die Kondition und Technik getan“, erklärt sie. Mit dieser Saison im Rücken hat Tünnermann auch ein gutes Gefühl für die neue Spielzeit. „Wir werden uns aber daran gewöhnen müssen, wieder öfter zu verlieren“, mahnt sie. Die Landesliga ist ein anderes Kaliber, mit stärkeren Gegnern.

Tünnermann ist eine Trainerin, die für jedes Spiel einen festen Plan im Kopf hat, den sie ihren Spielerinnen vorher vermittelt. Doch dafür müssen die bereits angesprochenen Basics stimmen: Kondition muss vorhanden sein, damit die Akteurinnen die technischen Aspekte des Spiels auch bei hohem Tempo oder fortgeschrittener Spieldauer sauber ausführen können. „Erst danach geht es für mich an die Taktik“, erklärt Tünnermann. Das 4-4-2, welches die Deckbergerinnen in der Vorsaison hauptsächlich gespielt haben, war abgestimmt auf das vorhandene Spielermaterial.

In der Vorbereitung auf die Landesliga hat die Schaumburger Trainerin aber auch andere Formationen ausprobiert, um auf Gegner reagieren zu können und schwer ausrechenbar zu sein. So könne in der Abwehr mal eine Dreierkette warten oder fünf Frauen das Tor vor Stammtorhüterin Celina Dombrowe abschirmen. „Wir wissen, dass wir in jedem Spiel 110 Prozent geben müssen, vor allem, weil wir nicht nur reagieren, sondern agieren wollen“, so die Trainerin.

Team geht neue Aufgabe mit viel Disziplin an

Insbesondere in der Hinserie müsse man schauen, wie man mit dem neuen Niveau der Gegnerinnen klarkomme. „Da werden wir sicherlich auch das eine oder andere Mal Federn lassen“, ist sich Tünnermann mit ihrem Team der Herausforderung bewusst. „Aber wir freuen uns drauf.“ An eine lang anhaltende Niederlage-Serie glaube sie ohnehin nicht, auch wenn hohe Klatschen durchaus im Bereich des Möglichen liegen.

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Das Deckberger Team gehe die neue Liga mit Respekt und reichlich Disziplin an. „Ohne geht es nicht“, sagt Tünnermann. Wer bei ihr spielen will, muss sich im Training zeigen. „Der Fleiß zählt. Wenn dann jemand nicht trainiert, am Wochenende aber viel spielt, wirkt sich das negativ auf die Gemeinschaft aus“, weiß die Trainerin.

Julia Hildebrand (am Ball) gibt dem Team mit ihrer Erfahrung Sicherheit.

Eine „Riesen-Lücke“ ist der Verlust von Annika Bothe-Ebbighausen, die es zum HSC BW Tündern zieht. „Sie ist eine gute Spielerin, aber sie hat erkannt, dass sie das zeitlich nicht leisten kann“, erklärt ihre ehemalige Trainerin, die die Außenverteidigerin vermissen wird. „Zum Glück haben wir mit Johanna Fischer jemanden, der die Lücke, die Anni hinterlässt, mit viel Kondition und Technik füllen wird“, so Tünnermann weiter.

Positiv: Bothe-Ebbighausen ist der einzige Abgang, den es zu verschmerzen gilt. Dafür kommen aber auch vier Neuzugänge, die jugendliche Frische hineinbringen und den Kader breiter aufstellen und mit ihren Fähigkeiten bereichern. Mit ihnen ist das große Ziel, sich möglichst schnell ein Punktepolster von rund fünf bis sieben Zählern vor den Abstiegsrängen zu erarbeiten. „Wir müssen das alles auf uns zukommen lassen, aber ich traue uns zu, dass wir uns anschließend im Mittelfeld festbeißen können“, so Tünnermann.

Die Spielertrainerin, die ihre Tätigkeit bereits 2002 bei der FSG Pollhagen-Nordsehl-Lauenhagen bei den Frauenfußbalerinnen begann und 2012 den TSV Havelse übernahm, stand im letzten Jahr vermehrt auf dem Platz, jetzt aber überwiegend an der Seitenlinie. „Beides macht mir Spaß. Manchmal sieht man, wenn man selbst auf dem Feld steht mehr, manchmal ist es leichter, das Spiel von außen zu analysieren“, sagt Tünnermann.

Der Kader des SC Deckbergen-Schaumburg:

Trainerin: Yvonne Tünnermann.

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Co-Trainerin: Janine Müller.

Torhüter: Celina Dombrowe, Mira Schüller.

Abwehr: Isabell Reinhardt, Johanna Fischer, Paula Feldmann, Annika Ebeling, Annabell Stemme, Julia Hildebrand.

Mittelfeld: Anna Bredemeier, Malien Hußmann, Nadine Vollmer, Nicole Vollmer, Kaatje Streicher, Charlotte Depping, Juline Alt, Yvonne Tünnermann.

Angriff: Louisa-Sophie Manhart, Fabiana Fischbeck, Julia Linke, Isabel Bengs-Sasse.

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Zugänge: Paula Feldmann (SV Hastenbeck), Annabell Stemme (VfL Bückeburg), Mira Schüller (eigene Jugend), Isabel Bengs-Sasse (FC Hevesen).

Abgänge: Annika Bothe-Ebbighausen (HSC BW Schwalbe Tündern).

Neuzugänge unter der Lupe:

Paula Feldmann: Die Rechtsverteidigerin kommt vom SV Hastenbeck und ist trotz ihres jungen Alters schon sehr erfahren. Kann in der Kette die Taktik gut verändern. Schaltet schnell um, da ergebe es nur Sinn, davon zu profitieren. So ergibt sich auch die Möglichkeit, Isabell Reinhardt in Mittelfeld vorzuziehen.

Annabell Stemme: Die Bückeburgerin ist eine Spielerin, die behutsam aufgebaut werden soll und deswegen auch für die Reserve vorgesehen ist. Sie verteidigt hinten links.

Mira Schüller kann noch bei den B-Mädchen spielen, ist aber bei der ersten Mannschaft fest mit im Training. Die junge Keeperin spielt zwar erst seit einem Jahr Fußball, hat aber eine enorme Entwicklung genommen und soll als Back-Up für Celina Dombrowe fungieren.

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Isabel Bengs-Sasse ist die absolute Wunschspielerin von Tünnermann. Aus der B-Jugend der JSG Hevesen-Hespe geholt, kann sie eine feste Größe im Team werden. Neben Toptorjägerin Louisa Manhardt besticht sie mit ihrem Tempo. „Sie wird ins kalte Wasser geworfen“, so Tünnermann.

Favoriten: VfL Eintracht Hannover, 1. FFC Hannover.

Ziel der Saison: Platz im gesicherten Mittelfeld.

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