Sturmtief Elli und der Fußball

Spielausfälle in der Bundesliga drohen: Was für Klubs, Profis und Fans wichtig ist

Außenansicht des Millerntorstadions am Heiligengeistfeld bei dichtem Schneefall.

Das Sturmtief Elli hält auch den Profifußball in Atem. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) ist wegen der extremen Wetterlage mit teils heftigen Schneefällen, Winden und Glatteis alarmiert. Vor allem die beiden am Samstagnachmittag (15.30 Uhr, Sky) im Norden stattfindenden Bundesligaspiele FC St. Pauli gegen RB Leipzig und Werder Bremen gegen TSG 1899 Hoffenheim sind gefährdet. Auch das zur gleichen Zeit angesetzte Heimspiel von Union Berlin gegen den FSV Mainz 05 könnte den Wetterkapriolen womöglich zum Opfer fallen.

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Aber was genau sind die Probleme? Wer entscheidet über eine Spielabsage? Und was sollten die Profis und Zuschauer angesichts des ungemütlichen Wetters beachten? Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wann und wie kommt es zu einer Spielabsage?

Ob der Platz bespielbar oder unbespielbar ist, entscheidet das Schiedsrichter-Gespann vor Ort. Die Entscheidung über eine Bespielbarkeit soll laut DFL-Spielordnung vier Stunden vor Spielbeginn getroffen werden. Danach kann eine Unbespielbarkeit bis spätestens zwei Stunden vor Spielbeginn nur dann ausgesprochen werden, wenn sich die Bedingungen durch Witterungseinflüsse negativ verändert haben. Eine Spielabsage und Neuansetzung wird durch die DFL verkündet. Durch die verpflichtenden Rasenheizungen sind solche Fälle in der Bundesliga aber selten geworden.

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Deutlich größer ist das Risiko einer Spielabsage bei bestimmten Bedingungen abseits des Feldes. Sollte durch vereiste und verschneite Wege die Anreise der Zuschauer oder die Umsetzung des Sicherheitskonzepts gefährdet sein, können die örtlichen Behörden in Absprache mit den Klubs, der DFL und den Stadionbetreibern den Daumen senken. Auch gefährliche Glätte auf den Tribünen oder große Schneemengen auf dem Dach bergen ein Absage-Risiko.

Ändern die Gästeklubs etwas an ihren Reiseplänen?

Der VfB Stuttgart ging angesichts der Ungewissheit auf Nummer sicher. „Wir haben entschieden, einen Tag vorher zu fliegen, um zu vermeiden, dass aufgrund der Witterung irgendetwas schiefläuft“, sagte Trainer Sebastian Hoeneß vor dem Spiel bei Bayer Leverkusen am Samstag.

Die Mainzer, deren Spiel in der Alten Försterei bei Union nicht ganz sicher ist, verzichten dagegen auf eine solche Maßnahme. Auch die Verantwortlichen von RB Leipzig gingen – zumindest am Donnerstag – von einem geplanten Abflug nach Hamburg am Freitag um 17 Uhr aus.

Ist es für die Profis gesundheitsgefährdend?

Generell nein. Aber: „Es braucht einen entsprechenden Wärmeschutz“, sagte Prof. Dr. Wilhelm Bloch von der Deutschen Sporthochschule Köln der dpa: „Es ist nicht ratsam, mit kurzen Hosen ohne Leggings drunter zu laufen. Das würde den Körper viel zu stark auskühlen, das wäre auch eine Gefahr für die Muskulatur.“ Der Sportmediziner empfiehlt den Profis zudem eine Mütze, da viel Wärme über den Kopf abgegeben wird. Bei Spielern, die mit Asthma zu kämpfen haben, könnte die bei Kälte stärkere Reizung der Bronchien zu Problemen führen.

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Wichtig sei, so Bloch, dass die Spieler viel trinken, „weil der Körper auch in der Kälte Wasser verliert“. Außerdem sei das Infektionsrisiko nach der Belastung groß, dementsprechend sollten die Spieler nach dem Abpfiff möglichst schnell ins Warme und größere Menschenansammlungen meiden.

Was sollten Zuschauer beim Stadionbesuch beachten?

Möglichst frühzeitig anreisen, denn aufgrund der Witterungsbedingungen droht ein Verkehrschaos. Vereine wie Werder Bremen appellierten auch, nach Möglichkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Das Problem: Bei der Deutschen Bahn sind für Samstag bereits witterungsbedingte Verspätungen und Zugausfälle im Fernverkehr angekündigt.

Und wenn es die Besucher ins Stadion geschafft haben? „Den Zuschauern würde ich raten, sich dick anzuziehen und nicht unbedingt das kalte Bier zu trinken“, sagte Mediziner Bloch. Die heiße Bratwurst sei dagegen ausdrücklich empfohlen: „Man braucht bei den Temperaturen deutlich mehr Energie, weil der Körper im Endeffekt auf Wärmeproduktion umsteigt.“ Ob die Klubs angesichts der Minustemperaturen vermehrt warme Getränke anbieten werden, war zunächst nicht bekannt.

Warum können Fans von der Lage auch profitieren?

Für Fans, die an keine Eintrittskarten gekommen sind, tut sich eine Chance auf. Es sei wahrscheinlich, „dass der eine oder andere sein Ticket vielleicht im Zweitmarkt platziert“, sagte Werder-Mediendirektor Christoph Pieper. Dort werde es eine etwas höhere Ticketanzahl als sonst geben, „weil man sich möglicherweise dazu entscheidet, aufgrund der Witterung nicht zum Spiel zu kommen“. Wie das Portal „Deichstube“ berichtete, waren bei Werders Ticketbörse am Donnerstag noch mehrere Hundert Karten in verschiedenen Bereichen der Arena verfügbar.

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Wann gab es zuletzt witterungsbedingte Spielabsagen?

Im Januar 2024 fiel die Partie in Mainz zwischen dem FSV und Union Berlin wegen Sicherheitsrisiken für die Zuschauer aus. Die starke Eisbildung auf der Tribüne und auf den Anreisewegen hatten zu der Entscheidung geführt. Das erhöhte Sicherheitsrisiko war auch der Grund für die Absage des Spiels der Unioner beim FC Bayern im Dezember 2023. Dort kam allerdings noch hinzu, dass theoretisch Schneelawinen vom Dach hätten rutschen können.

RND/dpa

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