Mehr Sommerferien-Feeling: Die Verkehrswende muss nicht Millionen kosten
Sommerferien in der Großstadt haben eine erfreuliche Nebenwirkung: Endlich gibt es mehr Platz und Entspannung auf den Straßen und Radwegen. Zumindest ein paar Wochen lang spaziert das Leben ohne Run auf volle Busse und U-Bahnen deutlich unaufgeregter daher. Durchatmen ist möglich. Und ebenso das Überholen mit dem Fahrrad, ohne die latente Angst, von einem vorbeifahrenden Auto aus dem Sattel gehoben zu werden. Regelmäßig stellt sich dann die Frage: Warum kann das eigentlich nicht immer so sein?
Die Antwort ist: Es könnte durchaus öfter so sein. Aber dafür muss man – und vor allem die Kommune – etwas tun. Verkehrswende ist das Stichwort, das seit fast einem Jahr in Deutschland deutlich einfacher zu buchstabieren und auch auf die Straße zu bringen ist. Die neue Straßenverkehrsordnung macht’s möglich. Und das muss noch nicht einmal viel kosten.
Viele Kommunen tun es schon
Denn überraschenderweise sind es nicht Magnetschwebebahnen, Flugtaxis oder andere Erfindungen, die das Unterwegssein in großen wie kleinen Städten erleichtern. Schon Pop-Up-Fahrradwege, eigene Busspuren oder farbige Neu-Markierungen von Kreuzungen und Querungsmöglichkeiten können den Raum auf der Straße sicherer machen und gerechter verteilen. Kurz: Aus bereits Bestehendem mit vergleichsweise geringem Aufwand etwas Besseres zu machen.
Viele Ideen dazu liefert etwa die Pop-Up-Mobilitätswende der Deutschen Umwelthilfe mit dem sprechenden Motto: Weil Kommunen auch schnell können! Andere Mobilitätsinitiativen, wie der Verein Changing Cities, verbreiten durch ihre Mitglieder neue Ideen im Kiez, engagieren sich für verkehrsberuhigte Zonen, Fahrrad- oder Spielstraßen.
Nicht immer geht das im Miteinander ganz reibungslos, weil etwa für Fahrradstraßen auch mal Anwohnerparkplätze weichen müssen. Reibungslos läuft der Verkehr aber auch nach dem alten Muster nicht. Deshalb: Gerecht verteilter Platz und Sommerferien-Feeling das ganze Jahr über, bitte!